Radwege in Wiesbaden: ADAC sieht Licht und Schatten bei der Sicherheit

Der Verkehrsclub ADAC hat die Sicherheit von Radwegen in deutschen Großstädten, darunter auch Wiesbaden, getestet. Das Fazit in Wiesbaden fällt gemischt aus, besonders an großen Kreuzungen gebe es häufig Gefahrenstellen.

Radwege in Wiesbaden: ADAC sieht Licht und Schatten bei der Sicherheit

Wenn es im Straßenverkehr zu einem Unfall zwischen einem Auto oder Laster mit einem Fahrrad kommt, hat dieser für den Zweiradfahren meist schlimme Folgen. Im Jahr 2018 verstarben in Deutschland über 400 Radfahrer bei Unfällen, darunter auch viele durch Zusammenstöße an unübersichtlichen Kreuzungen.

Um herauszufinden, an welchen Kreuzungen und Grundstückseinfahrten in Wiesbaden besonders große Gefahren für Radfahrer lauern, hat der ADAC insgesamt elf Radrouten in der Stadt untersucht. Die Strecken verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet, neben typischen Pendlerstrecken rund um den Hauptbahnhof wurden auch die Radwege entlang des Rheins und den Autobahnen unter die Lupe genommen.

Drei Mal mangelhaft

Das Ergebnis fällt gemischt aus. Vier der Routen wurden von den Testern mit „sehr gut“ bewertet, jedoch waren auch drei Routen „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“. Gelobt wurde, dass es für linksabbiegende Radfahrer häufig eigene Ampeln gebe und das Radwege an Kreuzungen und Einmündungen mehrheitlich auf Fahrbahnniveau abgesenkt seien.

Bemängelt wurde von den Testern zum Beispiel, dass Ampeln für Radfahrer meist nicht früher grün schalteten als für den Autoverkehr. Außerdem waren viele Radwege so weit von der Straße abgesetzt, dass Autofahrer Radler beim Abbiegen erst spät sehen konnten. Die Haltelinien für Fahrradfahrer an Ampeln lagen häufig nur wenig oder gar nicht vor denen für Kraftfahrzeuge. Häufig mussten Radfahrer stark befahrene Straßen ohne Absicherungen wie etwa Mittelinseln überqueren. Zudem seien einzelne Grundstückszufahrten wegen Mauern oder Hecken kaum zu erkennen.

„Die Ergebnisse des ADAC Tests zeigen, dass es in Wiesbaden und anderen Kommunen noch Handlungsbedarf für einen sicheren Radverkehr gibt.“ - ADAC

„Die Ergebnisse des ADAC Tests zeigen, dass es in Wiesbaden und anderen Kommunen noch Handlungsbedarf für einen sicheren Radverkehr gibt“, so Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen. „Knotenpunkte müssen dafür sukzessive überprüft und vor allem im Hinblick auf die Sichtbarkeit von Radfahrern verbessert werden.“

Um mehr Sicherheit für Wiesbadener Radfahrer zu schaffen, schlägt der ADAC auffälligere Markierungen an den Radwegen vor. Auch Poller in Kreuzungsbereichen würden die Sicht verbessern, da man so illegales Parken verhindern könne. Trotz der Kritik sieht der ADAC die Radsicherheit in Wiesbaden auf einem guten Weg: „Allein in diesem Jahr hat sich hier Einiges getan. Wenn aber der Radverkehrsanteil bis 2030 auf mindestens 20 Prozent steigen soll, müssen alle Kreuzungen sicher werden“, so Herda. (ts)

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