Falschfahrer sorgen für Unmut in der Friedrichstraße

Schilder verbieten die Einfahrt in die obere Friedrichstraße in der Wiesbadener Innenstadt. Das Verbot wird jedoch von vielen Autofahrern ignoriert. Das sorgt für Ärger bei vielen Fußgängern und Busfahrern.

Falschfahrer sorgen für Unmut in der Friedrichstraße

Die Friedrichstraße bildet für den öffentlichen Personenverkehr eine wichtige Verbindung zwischen Wilhelmstraße und Schwalbacher Straße in der Innenstadt von Wiesbaden. Die Durchfahrt ist für private Pkw nur gestattet, wenn man einen der wenigen Stellplätze in diesem Bereich besitzt oder angemietet hat. Fahrräder, Busse und Taxis dürfen uneingeschränkt und der Lieferverkehr nur morgens die Einbahnstraße passieren. Das ist eindeutig durch das Verbotsschild, sowie eine breite Warnbake auf der rechten Straßenseite gekennzeichnet. Doch alle paar Minuten ignorieren Autofahrer die Schilder, und kürzen den Weg in Richtung Schwalbacher Straße ab. Das sorgt für Ärger bei Anwohnern, Ladenbetreibern und Kundschaft.

„Es passiert alle fünf Minuten.“ -Bäckereimitarbeiterin

„Es passiert alle fünf Minuten“, bestätigt eine Mitarbeiterin der direkt an der Zufahrt gelegenen Bäckerei. „Man sieht wie die Fahrer sich langsam an die Einfahrt herantasten, und wenn sie keine Polizei sehen, geben sie Gas und rasen die Straße hoch.“ Kaum hat sie den Satz beendet, rast ein tiefer gelegtes Auto vor dem Fenster vorbei. Einige Fußgänger, darunter Kinder, die zu den Bushaltestellen auf der gegenüberliegenden Straße wollen, müssen zurücktreten.

Kein Unfallschwerpunkt

Als Unfallschwerpunkt gilt der Bereich, laut Felix Weidner, vom Verkehrsdezernat der Stadt Wiesbaden, nicht. „Die Örtlichkeit stellt keinen Unfallschwerpunkt dar. Es kreuzen zwar viele Fußgänger dort die Fahrbahn, jedoch ist aufgrund der Bushaltestelle und dem Fußgängerüberweg mit Ampel auf Höhe Fußgängerzone insgesamt der Kraftfahrzeugverkehr sehr verlangsamt.“

„Oft blockieren Autos die Bushaltestellen.“ - Busfahrer

Man muss nicht lange warten, und das nächste Auto schlängelt sich, mit laut aufgedrehter Musik, zwischen den Bussen hindurch. Ohnehin ist die Friedrichstraße ein Knotenpunkt. Etwa alle zwei bis drei Minuten hält hier ein Bus, um die einkaufenden Menschenmassen in oder aus der Innenstadt zu bringen. Ein Busfahrer meint hierzu: „Oft blockieren Autos die Bushaltestellen. Es werden Personen abgesetzt oder abgeholt - und das obwohl die hier mit Autos nichts zu suchen haben.“

Verkehrskontrollen finden derzeit nicht statt. Weidner erklärt, dass diese sehr personalintensiv sind, weil jedes Auto angehalten werden und die Personalien der Fahrer festgestellt werden müssten. Dazu fehle es der Stadt an Personal. Merkurist-Leserin Uta schlägt vor, eine Blitzersäule zu installieren, die unberechtigte Fahrzeuge erfasst. Das hält Felix Weidner nicht für realisierbar. Gründe dafür sind die hohe Zahl an erlaubten Durchfahrten und die Gefahr von verstärktem Vandalismus an Blitzern im Innenstadtbereich. Dazu Weidner: „Nach jedem Wochenende mit entsprechend alkoholisierten Personen, die sich nachts dort aufhalten, muss mit Schäden gerechnet werden.“

Einen Lichtblick dürfte es jedoch in der Friedrichstraße geben. „Im Zuge des personellen Ausbaus der kommunalen Verkehrspolizei sind wir in Kürze in der Lage Verkehrskontrollen - nicht nur in der Friedrichstraße - wieder regelmäßig durchzuführen.“ verspricht Weidner.

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