Sahne gegen Falschparker: Kommt die Aktion auch nach Wiesbaden?

Seit Anfang der Woche wirbt der Verkehrsclub Deutschland für mehr Verkehrssicherheit. Auf Autos von Falschparkern sprüht der Club dafür Sahne und vergibt Gelbe Karten. Die Aktion kommt nicht bei allen gut an. Wird es sie so auch in Wiesbaden geben?

Sahne gegen Falschparker: Kommt die Aktion auch nach Wiesbaden?

Traurige Sprühsahne-Smileys auf Motorhauben und Gelbe Karten an der Windschutzscheibe —Eigentlich wollte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) in dieser Woche Wiesbadener Falschparker auf die Gefahren aufmerksam machen, die von Parksündern ausgehen. In Frankfurt läuft die Aktion bereits. In Wiesbaden sucht man jedoch vergeblich nach Sprühsahne und Gelben Karten an Autos von Parksündern. Warum ist das so?

„Leider hat unsere Wiesbadener VCD Gruppe aufgrund von Urlaub und Erkrankung maßgeblicher VCD-Aktiven die aktive Beteiligung im Juni an der Aktionswoche absagen müssen“, erklärt Andreas Henning, vom Wiesbadener Kreisverband. Das wolle man aber eventuell im Rahmen der jährlichen europäischen Mobilitätswoche nachholen.

Kritik an der Aktion

Das könnte jedoch zu Diskussionen führen. Denn unter dem Beitrag von Merkurist Frankfurt zu der Aktionswoche, zeigen sich viele Leser empört über die Aktion: „Lasst uns Kühe züchten, um deren Erzeugnisse auf Autos zu schmieren! Verantwortungsbewusster Umgang mit Lebensmitteln geht anders“, schreibt eine Leserin. „Super Club der öffentlich dazu aufruft fremdes Eigentum zu beschmieren“, meint eine andere.

„Wenn wir damit ein besseres Bewusstsein darüber schaffen, dass Falschparken auch Menschenleben kosten kann, kann man auch mal eine Flasche Sprühsahne investieren.“ - Heiko Nickel, VCD

Eigentlich wollte der VCD mit der Aktion nur öffentlichwirksam darauf aufmerksam machen, dass Falschparker oftmals Wege und die Sicht versperren, was Fußgänger und Radfahrer in lebensbedrohliche Situationen führen würde.

VCD Hessen Geschäftsführer Heiko Nickel kann die Kritik am Einsatz der Sprühsahne aber teilweise verstehen. „Ich nehme das natürlich Ernst“, sagt er auf Anfrage. Besonders, dass viele die Lebensmittelverschwendung bemängeln, verstehe er. „Aber wenn wir damit ein besseres Bewusstsein darüber schaffen, dass Falschparken auch Menschenleben kosten kann, kann man auch mal eine Flasche Sprühsahne investieren.“ Die Kritik habe man sich aber trotzdem zu Herzen genommen: „Wir sind jetzt auf Sprühkreide umgestiegen.“ Sprühkreide wirkt ähnlich wie Straßenkreide, ist aber in Sprühflaschen erhältlich.

Den Vorwurf der Sachbeschädigung weist Nickel aber von sich. Weder Sprühsahne noch Sprühkreide würden Flecken auf dem Lack hinterlassen. „Beides lässt sich einfach mit Wasser abwaschen“, sagt er. Das habe man vorher geprüft.

Ganz so sicher wie Heiko Nickel ist sich die Wiesbadener Karosseriebau & Autolackiererei Finster nicht. „Sahne kann Flecken am Lack hinterlassen, muss es aber nicht“, sagt ein Lackierermeister der Firma. Er hatte den Fall zwar noch nicht, würde aber dringend davon abraten. Auch zwei weitere Wiesbadener Lackierer mussten noch kein Auto von Sahneflecken befreien, kennen dementsprechend die Folgen ebenfalls nicht. Ob Sahne ähnlich wirken kann, wie Sonnencreme, die Flecken auf dem Lack hinterlässt, konnte keiner von ihnen sagen. Wenn es so wäre, müsste man das Auto im schlimmsten Fall neu lackieren lassen. (nl)

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