Wo bleiben die ersten Wiesbadener Wasserstoffbusse?

Schon lange kündigen die Wiesbadener, Mainzer und Frankfurter Verkehrsbetriebe an, mit Wasserstoff betriebene Busse in ihren Städten einsetzen zu wollen. Noch ist von den Bussen allerdings nichts zu sehen. Woran liegt das?

Wo bleiben die ersten Wiesbadener Wasserstoffbusse?

Eigentlich sollten im Sommer 2019 die ersten mit Wasserstoff betriebenen Busse durch Wiesbaden fahren. Sie sollten gemeinsam mit E-Bussen dazu beitragen, den öffentlichen Nahverkehr umweltfreundlicher zu machen. Bisher bahnen sich allerdings lediglich die drei neuen Elektro-Busse ihren Weg durch die Stadt. Was ist aus den mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellenbussen geworden und warum fahren sie auch ein halbes Jahr nach dem vorgesehenen Start noch nicht durch Wiesbaden?

Eigentlich bestellten die Mobilitätsdienstleister aus Wiesbaden, Mainz und Frankfurt schon 2018 im Rahmen des Projekts „H2 Bus Rhein-Main“ elf der Busse. ESWE Verkehr wollte daraufhin im Sommer 2019 zwei zwölf Meter lange Solobusse und zwei 18 Meter lange Gelenkbusse einsetzen. Die Gelenkbusse sollten auf der Gemeinschaftslinie 6 zwischen Wiesbaden und Mainz fahren, die Solobusse im restlichen Stadtgebiet. In Mainz sah der Plan ähnlich aus, drei Busse sollten in Frankfurt eingesetzt werden. Doch es kam etwas dazwischen.

Lieferprobleme

„Wir können von unserer Seite aus erhebliche Lieferverzögerungen bei den Brennstoffzellenbussen durch den Hersteller beziehungsweise den Lieferanten bestätigen“, sagt Christian Giesen, Sprecher von ESWE Verkehr. Hersteller der Busse ist die Firma Autosan in der polnischen Stadt Sanok, für die Lieferung zuständig war die „ebe Europa GmbH“.

Seitdem die Verzögerung bekannt wurde, werde intensiv über das weitere Vorgehen diskutiert. „Mainz und Wiesbaden werden als kurzfristige Lösung für die Lieferschwierigkeiten des Busherstellers in beiden Städten Brennstoffzellenfahrzeuge anderer Hersteller im eigenen Liniennetz erproben“, so Giesen weiter. Das könnten Testbusse oder angemietete Fahrzeuge sein. Die Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft „TraffiQ“ wolle wohl in einer eigenen Ausschreibung 20 Wasserstoffbusse bestellen.

„Der große Vorteil der Technologie liegt in der hohen Reichweite und den kurzen Betankungszeiten.“ - Christian Giesen, ESWE Verkehr

Trotz der Schwierigkeiten wolle man das Projekt aber auf keinen Fall aufgeben, so Giesen. „Der große Vorteil der Technologie liegt in der hohen Reichweite und den kurzen Betankungszeiten.“ Die Brennstoffzellen-Busse können rund 300 Kilometer weit fahren, das Betanken dauert weniger als 15 Minuten. Deshalb werde die Technologie in Zukunft eine wichtige Rolle für saubere und nachhaltige Mobilität spielen, so Giesen.

Wiesbadener müssen weiter warten

Ab wann in Wiesbaden schließlich die ersten mit Wasserstoff betriebenen Busse durch die Straßen fahren werden, kann der ESWE-Sprecher aber noch nicht genau sagen. „Abgesehen von den Mietfahrzeugen und Testbussen wird es sicher noch einige Zeit dauern, bis quasi die ersten eigenen Busse von ESWE Verkehr auf Wiesbadens Straßen rollen.“ Die neue Wasserstofftankstelle auf dem Betriebshof von ESWE Verkehr sei aber immerhin schon für die Busse bereit und werde im Februar 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt. (js)

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