Was die Citybahn bisher gekostet hat

Bevor die ersten Gleise für die Citybahn verlegt werden können, ist eine umfangreiche Planung notwendig. Jetzt liegt eine detaillierte Auflistung über die bisher erteilten Aufträge vor.

Was die Citybahn bisher gekostet hat

Im Mai dieses Jahres hatte die Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung beschlossen, im kommenden Jahr die Bürger über den Bau der Citybahn abstimmen zu lassen. Über ein Vertreterbegehren können sich diese an der Entscheidung beteiligen. Damit verlängert sich die Planung für das Verkehrsprojekt, das den Rheingau-Taunus-Kreis (RTK), Wiesbaden und Mainz miteinander verbinden soll, um ein weiteres Jahr.

Obwohl noch keine Schiene gelegt wurde, sind durch die Vorplanung sowie Werbung für die Bahn bereits Kosten entstanden. In einer Anfrage an den Oberbürgermeister wollte die FDP-Fraktion wissen, wie viel Geld bisher für die Planung der Bahn ausgegeben wurde.

8.160.945,49 Euro

Demnach beläuft sich die Gesamtauftragssumme auf exakt 8.160.945,49 Euro. Insgesamt finden sich auf der Kostenaufstellung 100 Positionen, bei denen Geld bereits geflossen oder eingeplant ist. Der teuerste Posten in der Auflistung ist dabei die Planung der Verkehrsanlagen in Wiesbaden. Bisher wurden hier 3,5 Millionen Euro formal an die Planungsbüros ausgegeben. Für den RTK fallen die Beträge etwas geringer aus, hier wurden Summen in Höhe von knapp 2 Millionen Euro ausgegeben. Insgesamt schätzt die Stadt, dass die Kosten für die Verkehrsplanung auf über 18 Millionen Euro ansteigen könnten.

Ein weiterer großer Kostenposten ist die Öffentlichkeitsarbeit. Auf Informationsabenden, der DialogBox oder in den sozialen Medien wirbt man für das Verkehrsprojekt. Hier seien bisher Gelder in Höhe von 1,2 Millionen Euro allein in Wiesbaden beauftragt worden, in Mainz etwa 250.000 Euro. Für den RTK sind noch keine Werbegelder eingeplant. Der letzte Kostenpunkt auf der Liste ist die Rechtsberatung. Hier wurde bisher etwa eine halbe Million Euro ausgegeben.

Mit der sogenannten „Mainzelbahn“ wurde im benachbarten Mainz vor drei Jahren ein ähnliches Verkehrskonzept realisiert. Dort fielen für die Planung rund 8 Millionen Euro an. Die neue Mainzer Straßenbahnlinie ist 9,2 Kilometer lang, der erste Bauabschnitt der Citybahn zwischen Hochschule Rhein-Main und der Theodor-Heuss-Brücke etwa 12 Kilometer.

Guter Nutzen-Kosten-Faktor

Für den Bau der Citybahn gehen die Planer aktuell von Kosten in Höhe von 149 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt in Wiesbaden aus. Für den Bauabschnitt in Mainz plane man mit 34 Millionen Euro. Mit der Verlängerung bis nach Bad Schwalbach stehen Kosten von 304 Millionen Euro im Raum. Schon zu Beginn der Planung wurde aber eine sogenannte Nutzen-Kosten-Rechnung (NKU) erstellt. Diese ermittelt, welchen finanziellem Mehrwert das Verkehrsprojekt hat. Die NKU der Citybahn ergab dabei einen Faktor von 1,5. Jeder in die Bahn investierte Euro kommt als im gesamtgesellschaftlichen Nutzen um das 1,5-Fache zurück — etwa weil Schadstoffe eingespart werden oder weniger Autos nötig sind, um so viele Passagiere zu transportieren, wie sie in die Citybahn passen würden. (js/ts)

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