So geht es bei der Citybahn weiter

Für das Großprojekt Citybahn in Wiesbaden ist die Planung zum größten Teil abgeschlossen. Bis die erste Straßenbahn durch die Stadt rollen kann, werden jedoch noch einige Jahre vergehen.

So geht es bei der Citybahn weiter

Als die Politik vor knapp drei Jahren die Idee wieder aufnahm, eine Straßenbahn in Wiesbaden zu bauen, ist das Projekt „Citybahn“ zum Gesprächsthema Nummer 1 in der Stadt geworden. Und das ganze auch sehr kontrovers — Fast jeder Bürger scheint zu Themen wie Streckenführung, Kosten oder dem Verlust von Bäumen und Parkplätzen eine andere Meinung zu haben.

Pläne sind fast fertig

Das Problem bei den Diskussionen ist jedoch häufig, dass sie nicht immer auf beschlossenen Fakten basieren. Denn die Vorplanungen für das Verkehrsprojekt laufen aktuell noch. Das bedeutet, dass die Pläne für die Bahn öffentlich ausgelegt werden, sodass Privatpersonen und Naturschutzverbände ihre Einwendungen einreichen können. Die meisten Details zu Kosten der Bahn stehen bereits fest, lediglich Details, etwa zu genauen Haltestellen, fehlen noch.

Die fertige Bahn soll nach den aktuellen Plänen von Bad Schwalbach im Rheingau-Taunus-Kreis über Taunusstein nach Wiesbaden fahren. Dort soll sie von der Fachhochschule über den Hauptbahnhof weiter an den Rhein und nach Mainz bis zur Universität fahren. Während der Rheingau-Taunus-Kreis seine Zustimmung zu dem Projekt bereits gegeben hat, steht die finale Entscheidung in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt noch aus. Hier soll erst 2020 entschieden werden, über welche Straßen die Bahn zwischen der Theodor-Heuss-Brücke und dem Hauptbahnhof fahren wird. Der Grund für die Verzögerung: Im Wiesbaden selbst steht noch gar nicht fest, ob die Bahn überhaupt kommt.

Bürgerentscheid

Im Mai hatte die Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die Bürger darüber entscheiden zu lassen, ob sie die Citybahn tatsächlich wollen oder nicht. Dazu soll im kommenden Jahr ein Bürgerentscheid durchgeführt werden. Wann genau dieser kommen soll, ist jedoch noch nicht ganz klar. Der Beschluss sieht vor, dass der Entscheid bis zum Ende des ersten Quartals 2020 eingeleitet werden muss und vor der Sommerpause durchgeführt werden soll. Kurz vorher soll das fertige Mobilitätsleitbild zu dem Projekt vorliegen.

Sollten sich die Wiesbadener Bürger im Sommer 2020 dafür entscheiden, dass in ihrer Stadt eine Straßenbahn gebaut wird, können die nächsten Schritte eingeleitet werden. Dann stehen das Genehmigungsverfahren sowie die Ausschreibungen für die Umsetzungen der Bahn an. Dann können auch Fördermittel zur Finanzierung des Baus beantragt werden, ein Abschluss dafür ist bis 2021 anvisiert.

Schrittweiser Bau

Für die weiteren Schritte gibt es bisher nur grobe Pläne. Diese wurden erstmals im September bei der Vorstellung des neuen Vermittlers zwischen Wirtschaft und Verkehrsprojekt, Detlev Bendel, von den Verantwortlichen skizziert. Laut Herman Zemlin, Geschäftsführer der Citybahn GmbH, werde die Bahn in Abschnitten gebaut, sodass Wiesbaden nicht zu einer jahrelangen Dauerbaustelle verkommt. Der erste Bauabschnitt würde laut Zemlin vom Kasteler Brückenkopf zum Mainzer Hauptbahnhof gebaut werden. Hier sei der Bedarf einer Entlastung für den Bus- und Bahnverkehr besonders groß. So könnten dort ab 2024 schon die ersten Züge fahren, bevor das Gesamtprojekt überhaupt fertig ist. Zugleich soll auch das andere Wiesbadener Endstück der Bahn ab der Hochschule Rhein-Main beginnen, sodass sich beide Bauabschnitte irgendwann in der Mitte treffen. Wann genau die angestrebte Verlängerung in den Untertanuns folgt, steht noch nicht fest. (js)

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