1,6 Millionen Euro für Kommunikation: Wer hat was für die Citybahn geleistet?

Von den 8 Millionen Euro, die das Verkehrsprojekt Citybahn bisher gekostet hat, fallen 1,6 Millionen Euro in die Kommunikationsarbeit. Diese teilt sich auf mehrere Firmen auf.

1,6 Millionen Euro für Kommunikation: Wer hat was für die Citybahn geleistet?

Um das Verkehrsprojekt Citybahn in Wiesbaden scheint es aktuell alles andere als gut zu stehen. Neben der seit Beginn des Projekts andauernden Kritik von privaten Bürgerinitiativen, beschwerte sich im September die Wiesbadener Wirtschaft, dass ihre Interessen nicht ausreichend vertreten werden. Um den Konflikt zu schlichten, setzte die Citybahn GmbH den ehemaligen Wirtschaftsdezernenten Detlev Bendel als Ombudsmann ein.

In dieser Woche gab es, verursacht durch den Revisionsbericht zur Bahn, erneut scharfe Kritik an dem Projekt. Bemängelt wurden dort die hohen Summen, die für das Projekt schon ausgegeben wurden, sowie die Vergabe an zahlreiche externe Firmen. Dabei wurden alleine für die Kommunikation für das Bahn-Projekt schon 1,6 Millionen Euro ausgegeben. Dieses Geld teilt sich vor allem auf zwei Firmen auf: „CP/Compartner“ und „RCC“, die unterschiedliche Leistungen für das Projekt erbracht haben.

CP/Compartner

Die Essener Kommunikationsagentur zählt neben der Citybahn auch zahlreiche andere Verkehrsunternehmen zu ihren Kunden. Darunter etwa die Deutsche Bahn oder der Verkehrsverbund in Westfalen-Lippe. Laut der Stadt hatten die Kommunikationsagentur seit 2017 bereits über 800.000 Euro für verschiedene Werbemaßnahmen rund um die Bahn erhalten. Laut einem Sprecher von ESWE Verkehr war CP/Compartner vor allem für die Themen Bürgerbeteiligung und Bürgerinformation zuständig. Dazu gehörten etwa 82.500 Euro für die Vorstellung der Linienplanung, 322.152 Euro für die Öffentlichkeitsarbeit in Wiesbaden oder 16.540 Euro für die Dialogbox.

RCC

Die RCC Group hat ihren Sitz in Mainzer Straße in Wiesbaden. Auf ihrer Homepage beschreibt die Firma ihre Arbeit als „nachhaltige Unternehmensstrategie.“ Genau die soll RCC auch für die Citybahn erbringen, wie der Sprecher mitteilt: „RCC ist mit dem Management der Interessengruppen – sprich dem Stakeholdermanagement – betraut und hat die Gesamtstrategie für die Kommunikation zur CityBahn entwickelt und umgesetzt.“

Über 400.000 Euro hat RCC von der Citybahn GmbH bereits erhalten. Darunter fallen etwa Leistungen wie die Analyse zur Bürgerbeteiligung (49.140 Euro) oder 171.00 Euro für Verfahrenskommunikationsleistungen. Wie genau diese Leistungen aussehen, kann ESWE Verkehr aus vertraglichen Gründen nicht nennen.

Deutlich kleiner schlagen da die Leistungen der Wiesbadener Agentur „Rolle Marketing“ zu Buche, die für 14.780 Euro mit Flyern die Vorbereitung der Kommunikation für die Citybahn durchgeführt hatte. Dass zu den bisher geleisteten 1,6 Millionen weitere Ausgaben für die Kommunikation hinzukommen, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, so der Sprecher. Es könne auch weitere Ausschreibungen zu dem Thema geben. „Daran können sich grundsätzlich alle Agenturen und Firmen beteiligen, die sich in der Lage fühlen, die geforderten Leistungen zu erbringen.“ (ts)

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