Was die Stadt gegen zu enge Gehwege in Wiesbaden tut

Zwischen parkenden Autos und Restauranttischen kann es auf den Gehwegen in Wiesbaden manchmal sehr eng für Fußgänger werden. Letztere sollen daher bei der Neuplanung von Straßen bevorzugt werden.

Was die Stadt gegen zu enge Gehwege in Wiesbaden tut

Die weiter anhaltende Corona-Krise hat nicht nur die Gesellschaft, sondern auch das Stadtbild in Wiesbaden verändert. Nachdem die Innenstadt Ende März durch die Maßnahmen noch fast menschenleer war, drängen jetzt immer mehr Passanten auf die Plätze und in die Cafés. Diese können aber bedingt durch die Corona-Auflagen nur eine begrenzte Zahl Gäste in ihren Lokalen empfangen und wollen daher vermehrt auf Außenplätze setzen. Doch die sind begrenzt.

Gehwege zu schmal

Das Problem: Viele Gehwege in der Innenstadt sind sehr schmal. Durch Tische und Stühle auf der einen Seite und parkende Autos auf der anderen bleibt häufig für die Fußgänger wenig Platz zum durchlaufen. Ende Juni hatte die Wiesbadener Straßenverkehrsbehörde beim Bau der neuen Umweltspur festgestellt, dass viele der dortigen Gehwege deutlich zu schmal sind. Um Fußgängern genügend Platz zu verschaffen, wurde der Gehweg dort neu konzipiert, wodurch mehrere Parkplätze wegfielen.

Das Wiesbadener Verkehrsdezernat hat immer wieder mit dieser Thematik zu tun, wie eine Sprecherin erklärt: „Meldungen von zu engen Gehwegen aufgrund einer bestehenden Parkregelung oder ausufernder Außenbewirtschaftung werden nach Eingang geprüft.“ Neben privaten Anfragen gebe es auch diverse aus den Ortsbeiräten, die sich neue Parkbereiche auf Gehwegen wünschen. Bevor so etwas eingeführt wird, müsse aber sichergestellt werden, dass ausreichend Platz für die Fußgänger bleibt, auch, dass diese beim Passieren die parkenden Autos nicht beschädigen.

Fußverkehr hat Vorrang

Da aber Fußgänger im Vergleich zu Autofahrern als die schwächeren Verkehrsteilnehmer gelten, würden diese bei der Neuplanung von Straßen grundsätzlich bevorzugt, so die Sprecherin. Nach den aktuellen Regelungen seien mindestens 2,5 Meter Breite für den Fußverkehr vorgesehen. Langfristig sieht das Mobilitätsleitbild der Stadt auch vor, den Fußverkehr verstärkt zu fördern. „Jede Planung beinhaltet einen Abwägungsprozess, in dem die Anforderungen und Ansprüche aller Verkehrsteilnehmergruppen abgewogen werden“, so die Sprecherin. Bei der Abwägung versuche man dann, allen Verkehrsteilnehmern gerecht zu werden. Wenn es möglich ist, könne man auch eine Verbreiterung der Gehwege veranlassen. (js)

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