Auf immer mehr Radwegen gilt das indirekte Linksabbiegen

Damit Radfahrer sicher über große Kreuzungen kommen, gibt es an immer mehr Stellen in Wiesbaden sogenannte Abbiegetaschen - so zum Beispiel auf dem Radweg in der Äppelallee.

Auf immer mehr Radwegen gilt das indirekte Linksabbiegen

Seit Dezember 2018 können Radfahrer die Äppelallee in Biebrich komplett durchfahren: Der Radweg, der dort entstanden ist, wird vor allem bei gutem Wetter von vielen Radfahrern genutzt, und ist inzwischen bis nach Schierstein erweitert worden (wir berichteten). Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Wiesbadener, die auf dem Rad unterwegs sind, die Regeln auf der Route scheinbar noch nicht genau kennen.

Unsicherheiten über Regeln

Grundprinzip des Radweges ist sowohl in der Äppelallee als auch in Schierstein gleich: Auf einigen Streckenabschnitten gibt es einen markierten Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn, auf anderen teilen sich die Radfahrer den Bürgersteig mit den Fußgängern. Genau an diesen Stellen kann man immer wieder Radfahrer beobachten, die den Weg in die falsche Richtung nutzen, etwa weil sie so auf schnellstem Wege zum Nordeingang des Schlossparks kommen wollen, oder um Wege zu den anliegenden Geschäften abzukürzen.

Doch bei manchen herrscht schlichtweg Unsicherheit darüber, wie die genauen Regeln auf dem Radweg lauten. So konnte auch Merkurist-Leserin Susanne beobachten, wie Fahrradfahrer auf der großen Kreuzung zwischen Äppelallee und Friedrich-Bergius-Straße auf ganz unterschiedliche Weisen abbogen. In einem Snip hat sie jetzt gefragt, wie es richtig geht.

Indirektes Linksabbiegen

Die Antwort dafür finden Radfahrer auf der Fahrbahn. Wer zum Beispiel aus Richtung Biebricher Allee kommend zu den Baumärkten oder dem Äppelallee Center nach rechts abbiegen will, muss den Radweg an der Kreuzung verlassen. Dabei wird der Verkehr an einer Verkehrsinsel vorbei auf die Friedrich-Bergius-Straße geleitet. Wer nach links will, muss die Kreuzung überqueren — und zwar nach dem Prinzip des sogenannten „indirekten Linksabbiegens“.

Dafür führt der Radweg zunächst an der Ampel vorbei bis in die Kreuzungsmitte. Dort sind Abbiegetaschen aufgemalt. Dabei handelt es sich um kleine Felder, in denen die Radfahrer kurz warten können. Ist die Kreuzung frei, können sie sie von dort aus überqueren.

Sicher aber wenig bekannt

Das Abbiegesystem finden Radfahrer inzwischen an immer mehr großen Kreuzungen in der Stadt. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) Wiesbaden/Rheingau-Taunus findet diese Lösung gut. „Wir begrüßen die Nutzung dieser Lösung sehr, bietet sie doch gerade auf großen und stark befahrenen Straßen den Radfahrenden die Möglichkeit, sicher und stressfrei abzubiegen“, sagt der Sprecher des Vereins. „Besonders in Großstädten, wie etwa Berlin, gehört das indirekte Linksabbiegen seit Jahren zum Straßenbild. In den letzten Monaten findet diese Querungsmöglichkeit in vielen deutschen Städten, wie zum Beispiel Würzburg und Mönchengladbach, erstmalig Anwendung“, erklärt er.

Auch auf der neuen Umweltspur auf dem ersten Ring wurden die Abbiegetaschen eingeführt, zum Teil sogar mit speziellen Fahrradampeln ausgestattet (wir berichteten). „Das Prinzip ist noch relativ unbekannt und neu für die Wiesbadener“, heißt es vom ADFC. Deshalb hat die Stadt mit der Einweihung der Abbiegetaschen am 1. Ring ein ausführliches Erklärvideo erstellt. Darin werden die Regeln am Beispiel des 1. Rings veranschaulicht: (ts)

Auch interessant:

Logo