Neuer Verkehrsplan soll für weniger Stau in Wiesbaden sorgen

Durch mehr Einwohner und Berufspendler wird der Wiesbadener Straßenverkehr immer stärker belastet. Zur Entlastung will die Stadt bis 2030 48 Maßnahmen umsetzen.

Neuer Verkehrsplan soll für weniger Stau in Wiesbaden sorgen

Die Lockerungen der Corona-Maßnahmen werden allmählich auch im Wiesbadener Straßenverkehr sichtbar. Während im April noch kaum Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs waren, scheint sich der Verkehr wieder zu normalisieren und auf das Niveau von vor der Krise zurückzukehren. Damit Wiesbaden langfristig nicht im Stau erstickt, hat das Verkehrsdezernat den neuen Verkehrsentwicklungsplan 2030 (VEP) vorgestellt.

Verkehr vor Kollaps

„Ein ‘weiter so’ kann es nicht geben.“ - Uwe Conrad

Dieser Plan wird alle zehn bis 15 Jahre entwickelt, um anhand von Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung mit entsprechenden Maßnahmen den Verkehr zu steuern. Zuletzt wurde dieser Plan 2005 vorgelegt mit dem Ziel 2015. Nach aktuellen Schätzungen könnte Wiesbaden bis zum Jahr 2030 über 312.000 Einwohner haben, eine Zunahme von knapp 10 Prozent. „Das Wiesbadener Straßennetz stößt an seine Grenzen, im ruhenden Verkehr haben wir diese schon erreicht“, erklärt Uwe Conrad vom Tiefbau- und Vermessungsamt Wiesbaden, der den Entwicklungsplan mitentwickelt hat. Neben der wachsenden Bevölkerung wird auch mit einer Zunahme des Penlderverkehrs gerechnet, was die Wiesbadener Straßen zusätzlich belasten würde. Für Conrad ist klar: „Ein ‘weiter so’ kann es nicht geben.“

48 Maßnahmen

Um den Kollaps auf den Wiesbadener Straßen zu verhindern, sieht der VEP insgesamt 48 Maßnahmen bis 2030 vor. Wichtigste Maßnahme für den ÖPNV ist der geplante Bau der Citybahn, die den Busverkehr entlasten soll. Auch das Radwegenetz soll weiter ausgebaut werden, auch um Bürger dazu zu motivieren, das Auto öfter stehen zu lassen. „Viele Wege, die innerhalb der Stadt mit dem Auto zurückgelegt werden, sind zwischen einem und drei Kilometern lang, also optimale Distanzen für das Rad“, meint Conrad.

„Hier rechne ich leider mit starken Verzögerungen.“ - Andreas Kowol

Aber auch der Autoverkehr soll in Wiesbaden profitieren, etwa durch den Ausbau der B455 auf vier Fahrspuren sowie der der A66 auf insgesamt sechs. Bei letzterem ist die Stadt aber vom Bund abhängig, der den Bau der Autobahnen steuert. „Hier rechne ich leider mit starken Verzögerungen“, so Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne). Das habe auch starke Auswirkungen auf die Projekte innerhalb Wiesbadens, etwa beim geplanten neuen Stadtteil Ostfeld.

Wie und wann die geplanten Maßnahmen alle umgesetzt werden, ist also noch nicht ganz klar, auch bei der Citybahn, über deren Bau erst die Bürger entscheiden müssen. Auch bei dem vorherigen VEP seien nicht alle Maßnahmen umgesetzt worden, so Kowol. Teile davon finden sich auch im neuen Entwicklungsplan wieder, wie etwa die Verlängerung der Hagenauer Straße zur Erich-Ollenhauer-Straße. Der Magistrat hat dem VEP bereits zugestimmt, am 2. Juli berät die Stadtverordnetenversammlung darüber. (ts)

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