Ver.di legt Nahverkehr lahm: Streik in Wiesbaden am Montag

Am Montag müssen sich Fahrgäste in Wiesbaden auf massive Ausfälle einstellen. Die Gewerkschaft ver.di ruft zum bundesweiten Warnstreik im Nahverkehr auf.

Ver.di legt Nahverkehr lahm: Streik in Wiesbaden am Montag

Pendler und Reisende in Wiesbaden brauchen am kommenden Montag starke Nerven: Die Gewerkschaft ver.di hat für den 2. Februar 2026 zu einem bundesweiten Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Wie die Gewerkschaft am Freitag mitteilte, wird der Betrieb auch in Wiesbaden, Frankfurt und weiteren hessischen Städten voraussichtlich weitgehend zum Erliegen kommen.

Der Streik soll mit der Frühschicht am Montagmorgen beginnen und mit dem Ende der Spätschicht, teils also erst am Dienstagmorgen, enden. In Hessen sind die rund 5.200 Beschäftigten der ESWE Verkehrsgesellschaft in Wiesbaden, der VGF in Frankfurt, der Kasseler Verkehrsgesellschaft, der Stadtwerke Gießen und der Marburger Verkehrsgesellschaft zum Ausstand aufgerufen.

Ver.di fordert bessere Arbeitsbedingungen

Hintergrund des Streiks sind die bundesweit laufenden Tarifverhandlungen für die fast 100.000 Beschäftigten im kommunalen ÖPNV. Dabei geht es ver.di vor allem um bessere Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem kürzere Wochenarbeitszeiten und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.

Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle begründet dies mit der hohen Belastung der Mitarbeitenden: „Die Beschäftigten im ÖPNV stehen unter hoher Belastung durch extrem ungünstige Arbeitszeiten, Schichtarbeit und ständigen Zeitdruck.“ Man brauche dringend Verbesserungen, um die hohe Fluktuation zu stoppen und wieder Fachkräfte zu gewinnen.

Streik als Signal im Tarifkonflikt

Die Arbeitgeberseite habe in den bisherigen Verhandlungen jedoch fast jede Verbesserung verweigert, so Behle. Teilweise sei sogar geplant, die Belastungen zu erhöhen, etwa durch längere Schichten. „Das Verhalten der Arbeitgeberseite ist ein Angriff auf bestehende Vereinbarungen“, kritisiert die Gewerkschafterin.

Mit dem Streikaufruf wolle man nun ein „klares Signal der Entschlossenheit“ senden. Behle kündigte eine „harte Runde“ an, sollte keine Bewegung in die Verhandlungen kommen. „Die Beschäftigten sind bereit, für ihre Forderungen zu kämpfen.“ Es sei davon auszugehen, dass der Nahverkehr in den betroffenen Städten komplett ausfällt.