So unterschiedlich sind die Weihnachtsmärkte in Mainz und Wiesbaden

Glühwein und Plätzchen gehören zu jedem Weihnachtsmarkt dazu. Doch wo ist die Auswahl am größten und wie ist das Ambiente? Zwischen dem Wiesbadener Sternschnuppenmarkt und dem Mainzer Weihnachtsmarkt gibt es einige Unterschiede.

So unterschiedlich sind die Weihnachtsmärkte in Mainz und Wiesbaden

Mit dem Sternschnuppenmarkt rund um das Wiesbadener Rathaus und dem Mainzer Weihnachtsmarkt am Dom haben die Bewohner des Rhein-Main-Gebietes gleich zwei große Anlaufstellen für Glühwein und Plätzchen bei Kerzenschein im Advent. Von Wiesbaden aus sind beide Märkte schnell — auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln — zu erreichen. Doch was haben die Märkte zu bieten und lohnt sich die Fahrt über den Rhein?

Ambiente

In Wiesbaden gilt: „Der Name ist Programm“. Für den Sternschnuppenmarkt bedeutet das eine einheitliche Deko mit Sternen an allen 138 Buden. Passend zum Stadtwappen sind dabei alle Stände in blau gehalten, die goldene Lilie aus dem Wappen spiegelt sich in der Beleuchtung wieder: Überall auf dem Markt tragen große blumenförmige Aufbauten Tausende Lichterketten. Klassisches Tannengrün finden Besucher nur beim 25 Meter hohen Weihnachtsbaum unter dem eine Krippe mit lebensgroßen Holzfiguren steht.

Gleich mehrere bekannte Blickfänge hat auch der Mainzer Weihnachtsmarkt: den Lichterhimmel, die große Krippe am Dom und die Weihnachtspyramide. Hinzu kommen zwei Karussells, darunter auch ein nostalgisches. Auch in Mainz sind die Buden einheitlich gestaltet — mit Tannenzweigen, Lichterketten und Schriftzügen passend zu den Wegweisern. Mehr als nur ein Geheimtipp ist das Weihnachtsdorf der Mainzer Schwenk- und Spießbraterei Spinnler mit seinen Fässern und eigenem Lagerfeuer. In 17 großen Weinfässern finden dort bis zu acht Personen Platz , wenn es draußen mal zu kalt wird — eine frühe Reservierung ist aber vor allem an den Wochenenden notwendig. Wer den Weihnachtsbaum sehen will, muss ein paar Meter weiter gehen: zum Staatstheater. Was die Atmosphäre am Eingang etwas trübt: die sogenannten Truck Blocs am Eingang (wir berichteten). Aber Sicherheit geht vor.

Trinken

Wer den Wiesbadener Sternschnuppenmarkt durch den Eingang am Dern’schen Gelände betritt, stößt direkt auf den Stand des Weinguts Keßler, der bei vielen Wiesbadenern als Kultstand gilt. Neben rotem und weißem Glühwein gibt es dort in diesem Jahr die neue Kreation „Rosalie“, die auf Rosé basiert. Wie an den meisten Ständen müssen Besucher für eine Tasse drei Euro auf den Tisch legen. Andere Stände bieten weitere Varianten von Bioglühwein über verschiedenen Punschsorten bis zu Kakaos und Glühbier an. Typisch hessisch schenken viele Stände auf dem Schlossplatz auch heißen Apfelwein aus. Die Tassen für den Ausschank tragen jedes Jahr Motive von berühmten Wiesbadener Bauwerken. In diesem Jahr ist der Hauptbahnhof zu sehen.

In Mainz setzen die Buden-Betreiber vor allem auf eine große Auswahl. Außer den bekannten Rot- und Weißweinvariationen gibt es Fruchtglühweine zu kaufen — etwa mit Heidelbeere, Orange und Kirsche. Besonders, aber nicht jedermanns Sache ist der „Römische Würzwein“, den es an einem Stand gibt. Weitere Spezialitäten auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt: Malibu-Punsch (4 Euro) und heißer Caipi. Die günstigen Glühweine gibt es für drei Euro, für die edleren Winzertropfen müssen die Besucher mehr zahlen. Auch Bierfreunde kommen auf ihre Kosten, etwa beim Eisgrubbräu oder beim finnischem Bier am Flammlachsstand.

Essen

Christstollen und Plätzchen, auch in veganen oder laktosefreien Varianten, vom lokalen Bäcker gehören auf dem Wiesbadener Sternschnuppenmarkt zum festen Gastro-Programm. Neben der klassischen Bratwurst bietet unter anderem der Stand von „Herr Knolle“ neben der Marktkirche auch eine vegane Currywurst und sogar eine Bratwurst mit Gummibärchen an. Fleisch aus dem nahe gelegenen Taunus kommt beim Stand „Wildspezialitäten“ auf den Grill. Georg Spreuer verkauft am Barbecue-Stand Streetfood wie Burger und Hot Dogs aus dem Briochebrötchen und das italienische Restaurant La Stella bietet würzige Salsiccia an. Klassisch aus der Region gibt es Reibekuchen bei Puffer Christ’l und Handkäs beim Stand „Hessische Spezialitäten“. Dort wird der Käse sogar in eine Bratwurst von einem Wiesbadener Metzger verpackt.

Aber auch in Mainz kann kräftig geschlemmt werden: Schokofrüchte, Flammkuchen, Reibekuchen, Kaiserschmarrn, Waffeln, Dampfnudeln und heiße Maronen. Weniger groß ist die Auswahl für Veganer oder Allergiker. Veganer können entweder auf den klassischen Reibekuchen setzen oder auf den Suppen- und Eintopfstand, der sogar eine vegane Wurst anbietet. Ein Bratwurststand hat glutenfreie Brötchen im Angebot. Statt Handkäs kommen in Mainz Pflaumen und Nüsse in die spezielle „Weihnachtsbratwurst“.

Programm

Zur Unterhaltung beliebt bei den Kindern und als Fotomotiv bei den Erwachsenen ist das historische Karussell vor der Wiesbadener Rathaustreppe. Für 2,50 Euro können Besucher auf rund 100 Jahre alten Holzpferden und in Kutschen dort ihre Runden drehen, zwei weitere Fahrgeschäfte gibt es vor dem Landtag. Wenige Meter weiter gibt es an den Wochenenden Musik und Darbietungen auf der großen Bühne, im Plätzchenzelt der Bäckerei Schröer können Kinder naschen und die Keksdose selbst füllen. Und wer Weihnachtsgrüße mit der Post verschicken will, findet mehrere Fotoboxen, an denen Besucher für 3,50 Euro eine eigene Grußkarte drucken können.

Das Programm des Mainzer Weihnachtsmarktes findet traditionell auf der Liebfrauenplatz-Bühne statt. Das sind zum Beispiel Konzerte wie an diesem Samstag (14.12.) das Feuerwehrorchester Koblenz oder die Sängerin Gundula Braun. Am Sonntag darauf ist Kinder- und Familiennachmittag. Auf dem Programm stehen unter anderem das Clowntheater „Oh Larry“, Märchen und Gesang sowie ab 18 Uhr die Weihnachtsspenden-Aktion der VRM zugunsten von „Leser helfen“. Das komplette Programm findet Ihr hier.

Auf einen Blick

Beide Märkte haben noch bis zum 23. Dezember täglich geöffnet. Auf dem Schlossplatz in Wiesbaden öffnen die Buden montags bis donnerstags von 10:30 bis 21 Uhr, freitags und samstags ist eine halbe Stunde länger geöffnet. Sonntags dauern Verkauf und Ausschank von 12 bis 21 Uhr. Der Mainzer Weihnachtsmarkt am Dom hat sonntags bis donnerstags von 11 bis 20:30 Uhr geöffnet, freitags und samstags von 11 bis 21 Uhr. Am 23. Dezember ist um 19 Uhr Schluss. Wer mit dem Bus kommt, kann in Wiesbaden an der Haltestelle „Dern’sches Gelände“ aussteigen, in Mainz liegt die Haltestelle „Am Höfchen“ direkt am Markteingang. (ms)

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