Stadtpolizei kontrolliert Corona-Maßnahmen in Wiesbaden

Die Wiesbadener dürfen seit Mittwoch nicht mehr auf Spiel- oder Sportplätze, Lokale müssen früher schließen. So soll die Corona-Ausbreitung eingeschränkt werden. Doch wie lief der erste Tag nach der Verordnung?

Stadtpolizei kontrolliert Corona-Maßnahmen in Wiesbaden

Seit Mittwoch, dem 18. März, gelten in Wiesbaden weitreichende Einschränkungen, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verlangsamen. Unter anderem müssen Geschäfte, die nicht der Nahrungsmittelversorgung dienen, geschlossen bleiben, Restaurants dürfen nur bis 18 Uhr öffnen und Kneipen, Clubs und andere Betriebe dürfen erst gar nicht öffnen. Spielplätze und Sportstätten dürfen ebenso nicht mehr genutzt werden. Doch halten sich alle daran?

Oliver Franz (CDU), Wiesbadens Bürgermeister, Ordnungs- und Gesundheitsdezernent, zeigte sich nach dem ersten Tag der Maßnahmen zufrieden mit dem Verhalten der Wiesbadener Geschäftsleute. „Bei unseren heutigen Kontrollen in der Innenstadt waren in den meisten Fällen die Auflagen schon umgesetzt. Die Geschäftsleute, die die Maßnahmen noch nicht umgesetzt hatten, folgten den Anweisungen der Stadtpolizei unverzüglich.“

Dialog statt direkte Strafe

Diesen Eindruck kann auch Ralf Wagner vom Wiesbadener Ordnungsamt bestätigen: „Gerade Gaststätten haben sich diszipliniert daran gehalten“, sagt er. Es habe aber noch viel Informationsbedarf und viele Fragen seitens der Gastronomen gegeben. „Aber wir haben ja alle ein gemeinsames Ziel: gesund zu bleiben“, so Wagner. In vielen Fällen bedurfte es aber keiner Ansage der Stadtpolizei. „Die Disziplin war sehr hoch, nach 18 Uhr verhielten sich fast alle sehr vorbildlich.“

Und wenn doch jemand aus der Reihe tanzt? Normalerweise wird dann ein Bußgeld fällig. „Aber wir haben gestern nur informiert und noch keine Strafe zahlen lassen“, sagt Wagner. „Damit sind wir sehr gut gefahren und das werden wir auch heute wieder so machen.“

Kontrolliert werden die Betriebe sowie Spielplätze und Sportstätten von der Stadtpolizei. Dafür wird kein gesonderter Trupp abgestellt, „normale“ Streifgänge werden vielmehr nun auch dazu genutzt, die Einhaltungen der Verbote zu kontrollieren. „Wenn wir eine Meldung oder einen Hinweis aus der Bevölkerung bekommen, dann schicken wir aber auch eine Streife zu dem betreffenden Ort“, erklärt Wagner.

Die meiste „Aufklärungsarbeit“ musste die Stadtpolizei auf Spiel- und Sportplätzen leisten. „Gerade junge Leute haben nunmal einen höheren Bewegungsbedarf“, sagt Wagner. Doch auch hier werden demnächst Strafen vollzogen. Spielplätze seien aber nicht immer leicht zu „schließen“, denn die meisten sind nicht mit einem Zaun und einem abschließbaren Tor versehen. An manchen Plätzen ist daher Flatterband im Einsatz, an allen wurden aber mindestens Info-Schilder aufgehängt.

„Ich kann es gerade bei jungen Menschen verstehen, dass sie das gute Wetter nutzen und mit ihren Freunden Fußball spielen oder andere Sportarten betreiben wollen, aber auch hier appelliere ich an die Vernunft und bitte darum, sich nicht in Gruppen zu treffen“, so Franz. Auf 30 am Mittwoch kontrollierten Spielplätzen wurden in neun Fällen Personen angetroffen, die jeweils nach Aufforderung den Spielplatz verließen.

„Am heutigen ersten Tag haben wir ganz bewusst den Schwerpunkt auf die Information gelegt, und es wurden weder Bußgelder ausgesprochen noch Verfahren eingeleitet. Wir werden weiter den Dialog mit den Geschäftstreibenden und den Bürgerinnen und Bürgern suchen“, sagt der Bürgermeister und bittet gleichzeitig weiterhin alle Wiesbadener zu Hause zu bleiben. (ms)

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