SVWW, Motorradmesse und Konzerte - Coronavirus sorgt für Absagen und Verschiebungen in Wiesbaden

Fußball, Konzerte und andere Events stehen an. Doch Großveranstaltungen sind seit Donnerstag nicht mehr erlaubt. Wie ist die Situation in Wiesbaden?

SVWW, Motorradmesse und Konzerte - Coronavirus sorgt für Absagen und Verschiebungen in Wiesbaden

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration hat am Donnerstagmittag per Allgemeinverfügung die Durchführung von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern verboten (wir berichteten). Wiesbaden trifft dies zu einer Zeit, in der viele Veranstaltungen anstehen. Werden nun alle abgesagt, verschoben, oder doch stattfinden?

Geisterspiel in der Brita-Arena

Nahezu alle Fußballspiele der oberen Ligen finden vor leeren Rängen statt. Der SV Wehen Wiesbaden, der am Sonntag in der eigentlich ausverkauften Brita-Arena gegen den VfB-Stuttgart antreten sollte, wartete bis Donnerstag auf eine verbindliche Nachricht seitens der Behörden. Mit dem Großveranstaltungs-Verbot kam dann jedoch Klarheit. Das Spiel wird ein Geisterspiel, also ohne Zuschauer ausgetragen.

„Natürlich war die Vorfreude auf die ausverkaufte Partie groß“, zeigt sich Nico Schäfer, Sprecher der SVWW-Geschäftsführung, enttäuscht. „Die jetzt vorliegende Entscheidung schafft Klarheit und ist die notwendige Rechtsgrundlage, um alle Maßnahmen umzusetzen, damit das Spiel - wenn auch unter diesen Umständen - ausgetragen werden kann“, so Schäfer.

Wer Tickets für die Begegnung hat, kann sich den Kaufpreis erstatten lassen. Über die genauen Modalitäten wird der Verein in der kommenden Woche informieren. Für die nächsten Spiele wurde der Kartenverkauf bis auf Weiteres gestoppt.

Motorradmesse fällt aus

Komplett abgesagt wird hingegen die Motorradmesse „IMA“ im RheinMain CongressCenter (RMCC). Wie die Veranstalter am Donnerstag mitteilten, wird die Messe ausfallen und in diesem Jahr nicht mehr nachgeholt werden. „Wir werden uns jetzt mit vollem Engagement auf die geplante IMA Hessen vom 12. bis 14. Februar 2021 konzentrieren“, so die Verantwortlichen in einer Mitteilung. Bezüglich einer eventuellen Rückerstattung der Tickets liegen noch keine Informationen vor.

Clubnacht wird verschoben, Ostermarkt noch offen

Auch die Bar- und Clubnacht „Wiesbaden feiert“ wird nicht wie geplant stattfinden. „Wir sind uns unserer Verantwortung voll bewusst“, so der Veranstalter in einer Mitteilung, noch bevor die Allgemeinverfügung erlassen wurde. Eigentlich hätte am 21. März in mehreren Locations der Stadt gefeiert und getanzt werden sollen. „Die Veranstaltung lebt davon, dass Ihr zwischen den zahlreichen Locations und deren gebotenem Programm sorglos und oft wechseln könnt. Wir sehen diesen Grundgedanken der Veranstaltung stark gefährdet und möchten vorausschauend Euch und unsere Mitarbeiter keiner Gefahr aussetzen, welche wir nicht in vollem Umfang einschätzen können“, heißt es weiter. Wann die Veranstaltung nachgeholt werden soll, ist noch nicht bekannt. Derzeit bemühe man sich, zeitnah einen neuen Termin anbieten zu können.

Ob der Ostermarkt vom 27. bis 29. März wie geplant stattfinden kann, ist fraglich. Die Pressekonferenz zur Programmvorstellung wurde abgesagt. „Derzeit findet eine Neubewertung der Situation statt“, so die Stadt. Ein Teil des Marktes, die „Wiesbadener Automobilausstellung“ (WAA) wurde aber bereits abgesagt.

Schulen und Kitas werden individuell bewertet

Nicht unter den Veranstaltungsbegriff fallen der Besuch von Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten sowie der Besuch von Betreuungseinrichtungen für Kinder unter 16 Jahren. Trotzdem kann es dazu kommen, dass Schulen und Kindertagesstätten teilweise oder ganz geschlossen werden müssen. Nach derzeitigem Stand aber nur dann, wenn ein Kind positiv auf das Virus getestet wird. Das war etwa am Mittwoch in der städtischen Kindertagesstätte in der Schlangenbader Straße der Fall. Die Einrichtung bleibt bis zum 20. März vorsorglich geschlossen.

Konzerte fallen aus oder werden verkleinert

Auch der Schlachthof wird einige Veranstaltungen absagen müssen. So fällt das ausverkaufte Konzert von Kummer am Freitagabend aus. „Aktuell arbeiten wir und unsere Partner seitens der Agenturen und Bands mit Hochdruck daran, unsere größeren Konzerte bis mindestens einschließlich April in den Herbst zu verschieben“, so der Schlachthof via Facebook. Veranstaltungen, die nicht ausverkauft sind, könnten verkleinert werden: „Wir haben einzelne Vorverkausfkontingente bereits entsprechend limitiert um unter der genannten Schwelle zu bleiben.“ (js)

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