Mit seinem jüngsten Januar-Update behebt Microsoft zwischen 112 und 114 Sicherheitslücken in Windows, Office und SharePoint. Aber nicht alle Nutzer werden erreicht. So bleiben auch in Wiesbaden Tausende von Rechnern mit dem Betriebssystem Windows 10 ungeschützt, was ein erhebliches Risiko darstellt. Das berichtet das Fachportal IT Boltwise.
BKA Wiesbaden rät zu Updates
Ein Pressesprecher des Bundeskriminalamts (BKA) in Wiesbaden bestätigt auf Merkurist-Anfrage: „Schwachstellen durch ungepatchte oder veraltete Software sind ein wesentlicher Eintrittsvektor für Cyberdelikte.“ Das BKA rufe deswegen alle Nutzer auf, ihr Betriebssystem, ihre Browserversion, sowie Firewall und Anti-Viren-Software genutzter Geräte stets auf dem neuesten Stand zu halten, und Soft- und Firmware regelmäßig zu aktualisieren.
Unter den von Microsoft im letzten Update geschlossenen Sicherheitslücken waren auch acht als kritisch eingestufte Schwachstellen, die es Angreifern ermöglichen, aus der Ferne auf ein System zuzugreifen und Schadsoftware einzuschleusen. Dies sei zum Beispiel bei Anwendungen wie Online-Banking ein großes Problem, so Alexander Opel, ein Experte des IT-Sicherheitsunternehmens ESET. Besonders besorgniserregend sei eine sogenannte Zero-Day-Lücke.
Gewohnheit schafft Sicherheitslücke
Diese Schwachstelle sei dem Software-Hersteller bis zum Auftreten völlig unbekannt, so dass dieser „Null Tage Vorbereitungszeit“ habe, wenn Cyberkriminelle durch diese Lücke angriffen. In diesem Fall könnten dann sensible Informationen ausgelesen, und zentrale Sicherheitsmechanismen von Windows umgangen werden. Mit fatalen Folgen für Nutzer, die ihr System auch für ihr Online-Banking nutzen.
Laut IT Boltwise betreffen solche großen Sicherheitslücken jetzt im Februar 2026 besonders Nutzer von Windows 10, die beispielsweise aus Gewohnheit davor zurückscheuen, die neue Windows 11-Version zu installieren. Der reguläre Support für dieses Betriebssystem sei bereits im Oktober 2025 ausgelaufen. Seitdem erhielten Geräte mit dieser Software keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Kriminelle würden gezielt nach solchen ungeschützten Systemen suchen, um sich dauerhaft Zugang zu verschaffen.
Experte warnt vor „Ritt auf der Rasierklinge“
Experte Opel warnt eindringlich vor den Konsequenzen. „Deutschland tut sich mit Veränderungen schwer – auch beim Wechsel des Betriebssystems. Windows 10 erfreut sich im weltweiten Vergleich weiterhin großer Beliebtheit bei den Deutschen“, so Opel. „Wer den Wechsel weiter hinauszögert oder nicht in den erweiterten Support wechselt, betreibt einen Ritt auf der Rasierklinge.“
Eine Sprecherin des Wiesbadener BKA rät dazu, regelmäßig und zeitnah die von den jeweiligen Herstellern bereitgestellten Sicherheitsupdates für Betriebssystem und genutzte Programme zu installieren, und verweist für weitere präventive Schritte auf eine der Webseiten des Amtes, die detaillierte Handlungsanweisungen bereit hält.