Wiesbadener Tattoostudio erfüllt Mutter ihren Herzenswunsch

Mit einem ungewöhnlichen Tattoo-Wunsch hat die siebenfache Mutter Christina an einem Merkurist-Gewinnspiel teilgenommen. Das Motiv hat einen Tätowierer so beeindruckt, dass er der Wiesbadenerin ein besonderes Weihnachtsgeschenk machte.

Wiesbadener Tattoostudio erfüllt Mutter ihren Herzenswunsch

Christinas Sohn Luis ist sieben Jahre alt. Als der Kleine 2012 auf die Welt kam, stellten die Ärzte fest, dass er beidseitig über keine Gehörgänge verfügt. Über ein ganzes Jahr lang konnte Luis nichts hören. Nicht das Lachen seiner sechs Geschwister, nicht die lieben Worte seiner Mama. Ein harter Schlag für Christinas Familie.

Mit 13 und 16 Monaten bekam Luis dann jeweils ein Mittelohrimplantat, einen sogenannten Sambaaudioprozessor, eingesetzt. Von da an veränderte sich seine Welt schlagartig, mit vier Jahren konnte er schließlich sogar sprechen. „Es funktioniert gut, das Sprechen hat er vor allem auch durchs Musik hören erlernt“, sagt Christina. „Und er macht auch selbst unheimlich gerne Musik.“ Das alles ist aber nur dank der beiden Implantate möglich.

Ein Tattoo für Luis

Schon seit längerem hegt Christina den Wunsch, auch sich selbst mit einem „Lauschi“ — so nennen sie und ihr Sohn liebevoll die Implantate — zu zieren. „Für Luis, und um ihm die Situation einfacher zu gestalten“, wie sie sagt. Und obwohl Christina schon viele Tattoos hat, ihr Wunsch, den „Lauschi“, eingebettet in einen Notenschlüssel unter ihrer Haut zu tragen, ist kostspielig. Mindestens 500 Euro müsste man dafür zahlen.

Da kam es Christina gerade recht, dass es im Merkurist-Adventskalender am 17. Dezember zwei 150 Euro-Gutscheine für das Tattoostudio „Vagabond Ink“ in Schierstein zu gewinnen gab. Um im Lostopf zu landen, mussten die Teilnehmer lediglich kommentieren, welches Motiv sie sich gerne stechen lassen möchten. „Ich würde gerne von meinem Sohn den Sambaaudioprozessor in einem Notenschlüssel tätowieren lassen“, kommentierte Christina unter dem Gewinnspiel und hängte noch ein Foto ihres Sohnes an.

Es dauerte nicht lange, bis auch „Vagabond Ink“-Inhaber Robert auf den Post aufmerksam wurde. „Ich habe da so durchgescrollt und das Foto ist sofort hängen geblieben. Mir war gleich klar: Das mache ich“, sagt er. Eine Freundin von ihm habe die gleiche Idee gehabt und ihn angerufen und anschließend die glückliche Gewinnerin informiert. Unabhängig von dem Gewinnspiel wollte Robert den Wunsch erfüllen. „Sie hat sieben Kinder. Das ist schon krass, da wollte ich einfach mal was Gutes tun.“

Liebe, die unter die Haut geht

Christina konnte ihr Glück kaum fassen: „Wir haben dann für den übernächsten Tag direkt einen Termin ausgemacht. Ich konnte es gar nicht glauben, mir kamen sofort die Tränen in die Augen“, freut sich die siebenfache Mutter aus Wiesbaden.

Zwei Tage später, am Donnerstag, sitzt Christina schließlich in Roberts Tattoostudio. „Ich bin mega aufgeregt“, sagt sie. Und das obwohl sie schon etliche Tattoos unter der Haut trägt. „Aber dieses hier ist etwas Besonderes.“ Sohn Luis ist zu dieser Zeit noch in der Schule. „Das wird eine schöne Überraschung, wenn er heimkommt“, sagt Christina vor der rund zweistündigen Tattoo-Sitzung. Nachdem ein Entwurf ausgearbeitet wurde und die richtigen Farben abgefüllt sind, geht es los. Das Ergebnis? Eine glückliche Mutter und ein mindestens genauso glücklicher Luis. „Er hat bis über beide Ohren gestrahlt, als er heim gekommen ist“, erzählt Christina. „Er hat gesagt ‘Mama, da ist ja mein Lauschi’“, berichtet sie. Und auch Robert ist sichtlich glücklich darüber, so kurz vor Weihnachten noch einen Herzenswunsch erfüllt zu haben. (js)

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