Lieutenant General Hodges geht in den Ruhestand

Seit November 2014 war Lieutenant General Frederick „Ben“ Hodges Oberkommandeur der US-Landstreitkräfte in Europa. Am Freitagvormittag gab der 59-Jährige in einer feierlichen Zeremonie sein Kommando ab.

Lieutenant General Hodges geht in den Ruhestand

Am gestrigen Freitagvormittag wurde Lieutenant General Frederick Benjamin „Ben“ Hodges, Oberkommandierender der US-Landstreitkräfte für das Gebiet von Europa und der Nachfolgestaaten der Sowjetunion, im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der Erbenheimer Clay-Kaserne in den Ruhestand verabschiedet.

Nachfolger noch unbekannt

In der Regel wird das Kommando vom amtierenden Kommandanten an seinen Nachfolger übergeben. Da dieser aber noch nicht benannt wurde, fand stattdessen eine Abgabezeremonie statt. Hodges' bisheriger Stellvertreter, Major General Timothy McGuire, wird das kommissarische Kommando übernehmen, bis der Nachfolger seinen Dienst antritt. Hodges' Abschiedszeremonie wurde vor Angehörigen der Streitkräfte, sowie deutschen und internationalen Gästen im Hangar der Clay-Kaserne in Erbenheim abgehalten.

„Well done, my friend.“ - General Curtis M. Scarparotti

Nach einem gemeinsamen Gebet und dem Singen der Deutschen und Amerikanischen Nationalhymne, gab der 59-jährige Hodges sein Kommando offiziell ab. Die Abschiedsrede hielt General Curtis M. Scarparotti, Oberbefehlshaber des United States European Command und Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Europa. Er würdigte Hodges’ persönliches Engagement zum Ausbau der Zusammenarbeit mit Nato-Partnern und Verbündeten und dankte ihm mit den Worten: „Well done, my friend. Thank you!”.

Im November 2014 wurde Hodges Commanding Officer, also Oberkommandeur der US-Landstreitkräfte in Europa. „Er hat den Leuten viel abverlangt, damit aber auch viele Fortschritte erzielt“, erklärte Pressesprecherin Elke Herberger. Zwar seien die Angehörigen der Armee Wechsel und Veränderung gewöhnt, Hodges' Ruhestand sei aber dennoch traurig: „Er war bei allen Partnern sehr geschätzt und im Stab extrem beliebt.“

Deutschland als unverzichtbarer Partner

In seiner Abschiedsrede betonte Hodges die Wichtigkeit Amerikas für Stabilität und Sicherheit in Europa und die Bedeutung der NATO: „Ziel der NATO ist es, Frieden zu bewahren und sie tut dies seit mehr als 70 Jahren.” Außerdem hob Hodges in seiner Rede die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland, das „unverzichtbarer Partner und Verbündeter“ sei, hervor.

„Die Herkunftsbezeichnung 'Made in Germany’ ist auf der ganzen Welt anerkannt und hoch angesehen, nicht nur im Bezug auf Autos.“ Hodges lobte unter anderem die Achtung der Menschenrechte und Privatsphäre, das Umweltbewusstsein und das Gesundheitssystem. „Deutschland hat sich eine moralische Autorität erworben, die in der ganzen Welt respektiert wird.“

Hervorstechendes Beispiel für die Zusammenarbeit auf partnerschaftlicher Ebene seien die Mitglieder der Bundeswehr, die der US-Armee in Deutschland unterstellt sind. Darunter Brigadegeneral Kai Rohrschneider, der als Stabsführer Budget und Personalentscheidungen kontrolliert. „Manchmal habe ich den Eindruck, er versteht unsere Budgetprozesse sogar besser als ich“, so Hodges.

Arbeit mit deutschen Universitäten

Auch gesellschaftlich hat sich Hodges engagiert, um die deutsch-amerikanischen Beziehungen zu stärken. „Er hat viele Universitäten besucht und mit den Studenten dort gesprochen“, so Herberger. Während seiner Amtszeit rief Hodges ein Programm ins Leben, das Studenten deutscher Universitäten bezahlte Praktika in den Armeestützpunkten ermöglicht.

„Das Angebot wird gut angenommen, bislang hatten wir nur positive Rückmeldungen“, so Herberger. Laut Hodges komissarischem Nachfolger McGuire soll das Programm auch weiterhin fortgesetzt und erweitert werden.

Nach insgesamt 37 Jahren Dienst in der Armee wird Hodges in seinen Heimatstaat Florida zurückkehren, um Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Außerdem wird er einen Lehrstuhl am Zentrum für Europäische Politik und Analyse (CEPA) übernehmen.

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