Möglicher Abzug von US-Truppen: Linke lobt Trumps Pläne

Der mögliche Abzug von fast 10.000 amerikanischen Soldaten aus Deutschland sorgt für Kritik in der Politik. Doch ausgerechnet von den Linken in Hessen kommen lobende Worte für den US-Präsidenten.

Möglicher Abzug von US-Truppen: Linke lobt Trumps Pläne

Seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren hatte der amerikanische Präsident Donald Trump immer wieder erwähnt, dass er die Zahl der US-Truppen in Deutschland und Europa reduzieren möchte. Nachdem es lange ruhig um das Thema geblieben war, hat der US-Präsident jetzt konkrete Pläne vorgestellt.

Laut mehrerer Medienberichte plant der Präsident voraussichtlich ab September 9500 der aktuell 34.000 in Deutschland stationierten Soldaten abzuziehen. Teile der Soldaten sollen dann nicht in die USA zurückkehren, sondern nach Polen verlegt werden. Als Grund für den drohenden Abzug der Soldaten hatte Trump immer wieder die Weigerung der Bundesregierung, seine Militärausgaben zu erhöhen, angegeben.

Wie stark die Stützpunkte der US-Truppen in Mainz-Kastel und Wiesbaden-Erbenheim, immerhin das europäische Hauptquartier, von den Abzugsplänen betroffen sein werden, ist noch offen. Ein Abzug hätte wohl wirtschaftliche Folgen für die Stadt. Die Kaserne beschäftigt fast 10.00 Menschen, viele davon Zivilisten aus der Umgebung.

Kritik und Lob für Pläne

Entsprechend groß ist die Kritik von der deutschen Politik an den Plänen. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte gegenüber „Bild am Sonntag“, dass man einen möglichen Abzug zwar zur Kenntnis nehme. Dennoch kritisierte er Trumps Verhalten in der Öffentlichkeit als „brandgefährlich“ und hofft, dass sich in den USA „die verantwortungsvollen Politiker durchsetzen.“ Norbert Rötgen (CDU), Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, übt ebenfalls Kritik: „Ein solcher Abzug wäre unter jedem Gesichtspunkt sehr bedauerlich“, sagte er in einem Gespräch mit der Funke Mediengruppe.

Doch es gibt auch Lob in der deutschen Politik für Trumps Pläne, und zwar von der Linken-Fraktion aus dem Wiesbadener Landtag. „Die Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, US-Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland abzuziehen, begrüßen wir“, erklärt Jan Schalauske, Landesvorsitzender der Partei. Dieser Abzug sei seit Ende des Kalten Krieges vor dreißig Jahren längst überfällig, so Schalauske weiter. „Die Präsenz der US-Army in Deutschland ist mit dem Friedensgebot des Grundgesetzes nicht vereinbar“, meint der Linken-Politiker. Die Stützpunkte würden für die USA vor allem für die Kriegsführung im Mittleren Osten benutzt.

Daher sei die Schließung der Stützpunkte ein Beitrag für den Weltfrieden. „Hierzu zählen besonders auch das Hauptquartier der US-Army Europe in Wiesbaden und der Militärflughafen Wiesbaden-Erbenheim“, so die Partei. Auch fordert die hessische Linke, dass die USA bei einem Abzug ihre Atomwaffen „gleich mitnehmen solle.“ (js)

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