Im Einsatz mehrere Personen geschlagen und gewürgt: Bewährung für Stadtpolizist

Zusätzliche Zahlung an ASB angeordnet

Im Einsatz mehrere Personen geschlagen und gewürgt: Bewährung für Stadtpolizist

Das Amtsgericht Wiesbaden hat am Dienstag einen Wiesbadener Stadtpolizisten wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr Haft verurteilt. Darüber hinaus ordnete das Gericht an, dass der Mann 1500 Euro an den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB )zahlen muss. Die Strafe ist zur Bewährung ausgesetzt.

Dem 39-jährigen Hundeführer der Stadtpolizei wurde zur Last gelegt, in zwei Fällen im Einsatz Personen durch übermäßige Gewalt verletzt zu haben. Der erste Vorfall im Jahr 2018 ereignete sich an der Discothek „Euro Palace“ in Mainz-Kastel. Hier waren der Stadtpolizist und ein Kollege zur Unterstützung bei einer Schlägerei gerufen worden. Dort verfolgten sie einen vermeintlich Beteiligten bis auf eine Baustelle in der Nähe der Großraumdiskothek.

Der Verurteilte hatte mehrfach mit dem Schlagstock auf sein Opfer, einen 22-jährigen Geflüchteten aus Syrien, eingeprügelt. Auch als sein Opfer in Tränen ausbrach, hatte der Stadtpolizist weiter auf den jungen Mann eingeschlagen und ihn gewürgt. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war der Syrer nicht an der Schlägerei am „Euro Palace“ beteiligt gewesen, sondern war wegen schlechter Erfahrungen mit der Polizei in seiner Heimat aus Angst davongerannt. In diesem Fall sah das Gericht den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung erfüllt.

Der zweite vor dem Amtsgericht verhandelte Vorfall geht auf den April 2019 zurück. Auch hier war der 40-jährige Stadtpolizist zur Unterstützung bei einem Einsatz gerufen worden. Ein Mann hatte sich nach einem Vorfall in der Innenstadt Schnittwunden an der Hand zugezogen, weigerte sich aber, sich von Rettungskräften behandeln zu lassen. Bei dem Versuch, den Verletzten in einen Streifenwagen zu bringen, soll der Stadtpolizist ihn mehrfach gewürgt haben, bis er rot anlief. Daraufhin folgten dann mehrere Faustschläge direkt in den Bauch. Erst durch mehrere Landespolizisten konnte der Verurteilte von seinem Opfer abgehalten werden. Das Gericht urteilte hier auf einfache Körperverletzung.

Der Angeklagte hatte bei der Verhandlung die Taten mehrfach abgestritten. Medizinische Gutachten sowie Aussagen von Zeugen hatten aber seine Schuld bestätigt. Das Urteil ist nicht noch nicht rechtskräftig. Sowohl die Staatsanwaltschaft, als auch der Verurteilte haben die Möglichkeit, binnen einer Woche Berufung gegen das Urteil einzulegen. (ts)

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