Sie retteten Leben: Wiesbadener Helden von Polizei ausgezeichnet

Sie halfen nicht nur der Polizei, sondern auch ihren Mitmenschen: Die Wiesbadener Polizei hat vier Personen ausgezeichnet, die zu wahren Alltagshelden wurden.

Sie retteten Leben: Wiesbadener Helden von Polizei ausgezeichnet

Sie schritten ein, wo andere weggesehen hätten: Am Montag hat die Polizei in Wiesbaden drei Wiesbadener und eine Wormserin für besondere Zivilcourage ausgezeichnet. In zwei Fällen retteten die Geehrten sogar Leben.

Einer dieser Fälle ist der von der Wormserin Chris Hanschmann. Eigentlich wollte sie am 15. Februar nur mit ihrem Hund am Rheinufer spazieren gehen. Dabei fiel ihr ein älterer Mann auf, der sich immer wieder umsah. „Ich hatte dort bereits ein komisches Bauchgefühl“, sagte sie bei der Preisverleihung am Montag. Sie ging für den Mann außer Sichtweite und konnte beobachten, wie er vollständig angezogen in den Rhein ging.

Als Hanschmann sag, wie der Mann sich mit dem Gesicht nach unten ins Wasser legte, rannte sie sofort los, zog sich die Schuhe aus und folgte ihm ins Wasser. „Das Wasser war eiskalt und ich war froh, dass er mühelos mit mir zurück ans Ufer kam“, so die Wormserin. Anschließend wurde der Mann von der Polizei und dem Rettungsdienst betreut. „Wir sollten uns alle viel öfter auf genau solche Bauchgefühle verlassen“, sagte Polizeipräsident Felix Paschek dazu. „In Ihrem Fall rettete ihr Bauchgefühl einem anderen Menschen das Leben.“

Eingeschritten bei Messer-Angriff

Auch zwei weitere Ausgezeichnete bewahrten eine andere Person vor dem Tod. Die zwei Wiesbadener hörten am 27. April auf einmal laute Schreie aus dem Garten ihrer Nachbarin. Sie sprangen über den angrenzenden Zaun und sahen einen Mann, der über die Frau gebeugt stand. Sofort riss einer der Wiesbadener den Täter von der Frau weg. Dabei verlor der Täter ein Messer – und es wurde klar, dass er der Frau mehrfach in den Oberkörper gestochen hatte, um sie zu töten.

Während der eine den Täter festhielt, stieß der andere mit dem Fuß das Messer aus der Reichweite des Täters und leistete der schwer verletzten Frau Erste Hilfe. Das taten sie, bis die Polizei und der Rettungsdienst eintrafen.

Die Frau wurde in ein Krankenhaus gebracht und dort notoperiert. Sie überlebte und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der Täter wurde festgenommen und sitzt seitdem in Haft. Gegenüber den beiden Wiesbadenern sprach Paschek seine „höchste Anerkennung“ aus. „Sie haben in einer absolut brenzligen Situation das Richtige getan und sich dabei selbst in höchste Gefahr gebracht.“

Einbrecher verfolgt

Der vierte Alltagsheld wurde zwar nicht zum Lebensretter – schaffte es aber auf geschickte Weise, der Polizei bei der Aufklärung eines Verbrechens zu helfen und zwei bekannte Täter zu überführen. Am 10. Januar hörte ein Wiesbadener laute Schläge, als er sich im Flur vor seiner Wohnung die Schuhe anzog. Er ging die Treppe hinunter und sah, dass die Wohnungstür seines Nachbars aufgebrochen war.

Daraufhin wartete er draußen vor dem Haus darauf, wer das Gebäude verlassen würde. Als es nicht sein Nachbar war, sondern tatsächlich zwei Unbekannte, rief er die Polizei. Anschließend machte er Fotos von den Einbrechern, ging ihnen unbemerkt nach und konnte die Polizei so zu den Tätern führen.

Als die Beamten die Männer festnahmen, stellte sich heraus, dass die beiden bereits mehrfach wegen Einbruchs mit der Polizei zu tun hatten. Ein Haftrichter ordnete deshalb Untersuchungshaft gegen die beiden an. Dem aufmerksamen Nachbarn dankte Polizeipräsident Paschek für seine Hilfe. „Sie haben die Situation für sich gefahrentechnisch wohlwollend kalkuliert und anschließend gehandelt.“

Allen vier Helden überreichte Paschek Urkunden, zwei Geschenke – und sprach ihnen tiefe Dankbarkeit aus. Die Geehrten seien über sich selbst hinausgewachsen und hätten ein besonderes Maß an Courage und Hilfsbereitschaft gezeigt. Die Polizei sei immer wieder auf die Hilfe aufmerksamer Bürger angewiesen.