Warum Wiesbadener Hebammen jetzt Eure Hilfe brauchen

Die Servicestelle der Wiesbadener Hebammen sorgt dafür, dass auch Schwangere, die keine Hebamme finden, versorgt werden. Damit das Projekt auch weiterhin finanziert wird, hoffen die Hebammen bei einer Demo auf die Unterstützung der Wiesbadener.

Warum Wiesbadener Hebammen jetzt Eure Hilfe brauchen

Immer mehr Frauen finden keine Hebamme, die sie während ihrer Schwangerschaft und nach der Entbindung versorgen. Der Grund: Weil Arbeitsbedingungen und Bezahlung schlecht sind, geben viele Hebammen ihren Beruf auf. Dabei ist die Hebamme eine der wichtigsten Ansprechpartnerinnen für Schwangere und ihre Familien. Nicht selten ist es auch die Hebamme, die rechtzeitig Krankheiten bei Mutter und Kind erkennt.

Servicestelle für Akutversorgung

Weil sie es selbst nicht mehr ertragen konnten, immer mehr Frauen absagen zu müssen, haben sich Wiesbadener Hebammen zu einer Gruppe zusammengeschlossen, um etwas daran zu ändern. Drei Jahre lang haben sie gemeinsam mit der Frauenbeauftragten der Stadt ein Projekt auf die Beine gestellt, mit dem sie Schwangere zumindest akut versorgen können. Wer keine Hebamme findet, kann sich an eine Servicestelle wenden, die ihnen dann freie Hebammen für Hausbesuche zuweist. Außerdem können Schwangere und ihre Familie in eine freie Sprechstunde kommen. Doch jetzt steht das Projekt auf der Kippe, weil die Stadt noch nicht entschieden hat, ob sie es weiter finanzieren wird (wir berichteten).

Damit Wiesbadener Frauen, die keine Hebamme finden, auch in Zukunft während ihrer Schwangerschaft versorgt werden, wollen die Hebammen jetzt demonstrieren. Am 4. Mai — und damit einen Tag vor dem Welthebammentag — werden sie vor das Rathaus treten, um der Politik klarzumachen, dass die Stadt die Servicestelle braucht. Denn spätestens im Herbst wird das Geld, das die Stadt für das Projekt bereitgestellt hat, aufgebraucht sein. Mit dem Geld werden der zusätzliche Arbeitsaufwand der Hebammen, die Website und vor allem die Servicekraft, die die Anrufe und Mails koordiniert, bezahlt.

„Wenn das Projekt nicht weiterfinanziert wird, müssen die Frauen wieder alleine sehen, wie sie klarkommen.“ - Saskia Veit-Prang, Frauenbeauftragte

„Wir brauchen die Hebammen“, sagt Saskia Veit-Prang, Frauenbeauftragte der Stadt, besorgt. „Wenn das Projekt nicht weiterfinanziert wird, müssen die Frauen wieder alleine sehen, wie sie klar kommen.“ Konkret fordert sie, dass die Servicestelle mit in den Doppelhaushalt aufgenommen wird. Und dafür hofft sie auch auf die Unterstützung der Wiesbadener.

„Wir müssen gemeinsam da stehen und Krach machen“, sagt sie. Deshalb lädt sie gemeinsam mit den Hebammen der Servicestelle alle Schwangeren, jungen Familien, Frauen, Männer, Großmütter und -väter dazu ein, am 4. Mai um 12 Uhr vor das Rathaus zu kommen. „Wir wollen beweisen, dass nicht nur wir die Stelle aufrecht erhalten wollen, sondern dass auch die Wiesbadener sie wirklich wollen.“ (js/ts)

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