Ein Feuer bei Mäharbeiten hat am Sonntagnachmittag in Wiesbaden einen Großeinsatz ausgelöst (wir berichteten). Der Brand breitete sich auf eine Gartenkolonie aus und zerstörte mehrere Hütten auf einer Fläche von rund 25.000 Quadratmetern. Das meldet die Feuerwehr Wiesbaden.
Die Feuerwehr wurde am Sonntag um 17:30 Uhr zu einem Flächenbrand im Bereich des Unteren Zwerchwegs gerufen. Vor Ort trafen die Einsatzkräfte auf einen Mähdrescherfahrer, der berichtete, dass bei den Mäharbeiten mehrere Strohballen Feuer gefangen hatten.
Angefacht durch die Trockenheit und einen kräftigen Wind breitete sich der Brand rasant aus und griff auf eine benachbarte Gartenkolonie über. Dort standen bei Ankunft der Feuerwehr bereits mehrere Gartenhütten in Vollbrand. Die Lage verschärfte sich weiter, als sich das Feuer explosionsartig ausbreitete und drohte, auf den angrenzenden Hessler Hof überzugreifen. Die Polizei hatte die Bewohner des Hofes bereits vorsorglich in Sicherheit gebracht. Ein massiver Einsatz der Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf den Hof verhindern.
Hubschrauber und Drohne zur Lageerkundung im Einsatz
Eine große Herausforderung war die zunächst unzureichende Wasserversorgung. Die Feuerwehr musste Wasser über lange Strecken zur Gartenkolonie pumpen. Gleichzeitig wurde ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen eingerichtet, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Wegen der dynamischen Entwicklung erhöhte die Einsatzleitung das Alarmstichwort, was eine umfangreiche Nachalarmierung weiterer Kräfte zur Folge hatte.
Um sich einen besseren Überblick aus der Luft zu verschaffen, wurde ein Polizeihubschrauber angefordert. Dessen Luftbilder halfen dem Einsatzleiter bei der taktischen Planung. Später unterstützte auch eine Drohneneinheit der Feuerwehr Taunusstein mit einer Wärmebildkamera. Damit suchten die Einsatzkräfte nach Glutnestern und nach möglichen betroffenen Personen – glücklicherweise wurde niemand gefunden. Ein Mitarbeiter von ESWE Versorgung gab Entwarnung bezüglich einer befürchteten Gefährdung einer Gasleitung.
Ein Feuerwehrmann bei Großeinsatz erschöpft
Zeitweise waren alle 20 Freiwilligen Feuerwehren Wiesbadens in Alarmbereitschaft. In der Hochphase des Einsatzes kämpften 13 Freiwillige Feuerwehren zusammen mit den Kräften aller drei Berufsfeuerwehr-Wachen gegen die Flammen. Insgesamt waren 142 Feuerwehrleute mit 41 Fahrzeugen im Einsatz, unterstützt von 30 Kräften des Rettungsdienstes und sechs Polizisten.
Die hohen Temperaturen und die schwere Schutzkleidung verlangten den Einsatzkräften alles ab. Ein Feuerwehrmann erlitt eine Hitzeerschöpfung und musste versorgt werden, ist aber inzwischen wieder wohlauf. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in die Abendstunden. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache und zur Schadenshöhe aufgenommen.