Diese „Schandflecken“ sollen bald aus Wiesbaden verschwinden

Vom Rheinufer bis zur Innenstadt gibt es in Wiesbaden einige Stellen, die Spaziergänger lieber meiden. Doch manchen „Schandflecken“ geht es jetzt an den Kragen — sie werden umgestaltet.

Diese „Schandflecken“ sollen bald aus Wiesbaden verschwinden

Das Kurhaus bei Nacht, das Biebricher Schloss und der goldene Löwe vor dem Landtag — auf Postkarten präsentiert sich Wiesbaden gerne von seiner schönsten Seite. Dabei gibt es auch Orte in der Stadt, die weniger ansehnlich sind. Doch an manchen von ihnen ändert sich jetzt was.

Citypassage

Seit Jahren liegt das ehemalige Einkaufszentrum Citypassage in der Kirchgasse brach. Früher war sie einmal die kürzeste Verbindung zwischen Fußgängerzone und Schwalbacher Straße — überdacht und gesäumt von Geschäften. Doch irgendwann wurde es ruhig in dem Bau. 2016 hatte schließlich nur noch eine kleine Poststelle geöffnet. Wiederbelebt wurde die Passage zwar für einige Zeit während der Biennale im vergangenen Herbst, doch nach dem kurzen Dasein als Kunsthaus war wieder Schluss. Inzwischen ist klar: Die gesamte Anlage muss weg. Ein Investor hat schon konkrete Pläne für die Zukunft des Grundstücks und plant ein Einkaufsquartier mit kleinen Gassen, einem Hotel, Gastronomie und Läden. Doch der Zeitplan für die Neugestaltung ist noch nicht so konkret wie die Pläne. Wie lange es noch dauert, bis die ersten Bagger rollen, steht derzeit nicht fest.

Platz der Deutschen Einheit

Als Quartiersplatz angelegt, liegt der Platz der Deutschen Einheit genau zwischen der Innenstadt und dem Westend. In mehreren Schritten hat sich das Gelände in vergangenen Jahren verwandelt. Dabei wurde nicht nur die Turnhalle neu gebaut, auch ein Bachlauf kam zum Vorschein, der angrenzende Faulbrunnen wurde neu gestaltet und als im Frühjahr ein Bauzaun verschwand, kam jede Menge Stadtgrün zum Vorschein. Diese Veränderungen wissen inzwischen viele Wiesbadener zu schätzen, doch ein Problem scheint nicht in den Griff zu bekommen zu sein: Immer wieder vermüllt der Platz.

Treppenanlage Schützenhofquelle

Die Treppenanlage neben dem neu gebauten Coulinparkhaus war lange kein schöner Anblick. Das hat inzwischen auch die Stadt bemerkt und packt die Verbindung zur Schützenhofstraße jetzt an. Die geschlossenen Betonbrüstungen und die massiven Pflanzbeete sollen verschwinden, die vorhandenen Geländer bis auf die obere Treppenebene fortgeführt werden. Ein Anstrich in Naturtönen und eine moderne Beleuchtung soll zudem freundlicher wirken als die jetzigen massiven Stufen in Grautönen. Insgesamt, so schätzt die Stadt, wird das Umbauprojekt rund 400.000 Euro verschlingen. Die Arbeiten laufen bereits auf Hochtouren und sollen noch vor dem Wintereinbruch geschafft sein.

Bahnhof Kastel

Direkt am Rheinufer liegt in Kastel ein „Schandfleck“, wie viele Bahnfahrer ihn bezeichnen: Der Bahnhof ist zwar ein wichtiger Umsteigepunkt für Pendler, die nach Mainz oder auch nach Frankfurt wollen, doch kaum geht die Tür der S-Bahn auf, steigt vielen ein übler Geruch in die Nase. Die Unterführung zwischen den Gleisen ist heruntergekommen, in den Ecken liegen oft Zigarettenstummel und Pfützen aus verschüttetem Bier oder sogar Urin sind nicht selten. Der Zustand hält seit Jahren an, eine Sanierung ist derzeit nicht angedacht. Dennoch tut sich was am Bahnhof: Er soll umgebaut werden, um wenigstens einen barrierefreien Zugang zu allen Bahnsteigen zu ermöglichen. Unter anderem wird dann eine neue Aufzuganlage installiert. Bis es losgeht, müssen sich Bahnreisende aber noch etwas gedulden. Die Arbeiten sind für 2022 geplant. (ts)

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