Dinge, die man nur als Wiesbadener kennt

Manche Sachen weiß man nur, wenn man aus Wiesbaden kommt oder schon länger hier lebt. In Teil 2 unserer Übersicht stellen wir euch ein paar davon vor.

Dinge, die man nur als Wiesbadener kennt

Nerobergbahn, Kurhaus und Marktkirche – all das sind Attraktionen, die auch die vielen Touristen kennen, die Wiesbaden jährlich besuchen. Doch es gibt auch Dinge, die man nur kennt oder weiß, wenn man schon länger in Wiesbaden lebt. Nach Teil 1 gibt es heute einen weiteren Teil für euch.

Wohnen in der Kirche

Was viele nicht wissen: Die Marktkirche war lange Zeit bewohnt. Direkt unter dem Uhrwerk gab es eine Mietswohnung mit vier Zimmern, Küche und Bad. Zuletzt lebte dort eine Familie, die in den 1980er-Jahren auszog. Seitdem wird die Wohnung aus Brandschutzgründen nur noch als Lager genutzt. Wären die Räume heute noch bewohnbar, dann wäre die Wohnung wohl eine der spannendsten und begehrtesten Mietswohnungen der ganzen Stadt – auch wenn die Interessenten zur Besichtigung erst einmal 250 Treppenstufen steigen müssten, denn einen Personenaufzug gibt es nicht.

Das Wiesbadener Märchenland

Im Märchenland leben – eine schöne Vorstellung, die in Wiesbaden wahr werden kann. Denn „Märchenland“ heißt eine Siedlung am Rande von Dotzheim. Dort findet man Straßen und Plätze wie den Hänsel- und Gretelweg, den Schneewittchenweg und den Froschkönigplatz. Zwar standen schon vor dem Zweiten Weltkrieg die ersten zwölf Häuser im Gebiet des Märchenlandes, die eigentliche Siedlung entstand aber erst ab 1947. Den Namen bekam die Siedlung von den Planern der Stadt, die die Straßen nach Märchen der Gebrüder Grimm benannten. Solche Straßen und Plätze gibt es auch in anderen Städten – sie sollen die Arbeit der Gebrüder Grimm würdigen.

Die Kuckucksuhr, die gar nicht die größte Europas ist

„Die größte Kuckucksuhr der Welt“ – mit diesem Titel schmückt sich die Wiesbadener Kuckucksuhr in der Burgstraße. Die Uhr ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, jährlich lassen sich zahlreiche Touristen vor ihr fotografieren oder filmen den Moment, wenn sich der Kuckuck zeigt. Was sie nicht wissen: Der Titel ist veraltet. Als die Uhr 1946 aus einer Schnitzerei im Odenwald nach Wiesbaden kam, war sie noch die größte ihrer Art. Den Titel bekam sie 1953. 41 Jahre später lief ihr eine andere den Rang ab. Im „Eble Uhrpark“ im Schwarzwälder Triberg steht seitdem eine Kuckucksuhr, deren Durchmesser bei 2,60 Meter liegt – das Ziffernblatt der Wiesbadener Uhr hat nur einen Durchmesser von etwa zwei Metern.

Die Sache mit den „Mainzer Stadtteilen“

Also das versteht außerhalb von Wiesbaden und Mainz wirklich niemand. Drei Wiesbadener Stadtteile tragen Mainz in ihrem Namen: Mainz-Amöneburg, Mainz-Kostheim und Mainz-Kastel (AKK). Die Erklärung ist aber ganz simpel: Die ehemaligen Mainzer Stadtteile gehören inzwischen zu Wiesbaden. Nach Kriegsende legten die Besatzer den Rhein als Grenze fest. Das linksrheinische Mainz gehörte zur französischen, die rechtsrheinischen AKK-Stadtteile zur amerikanischen Besatzungszone. Den Beinamen „Mainz“ haben die ehemaligen Mainzer Ortsteile aber nicht abgelegt.

Ihr wisst noch von weiteren Dingen, die man nur als Wiesbadener kennt? Dann schreibt es in die Kommentare.

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