Immer wieder Streit zwischen Radfahrern und Hundehaltern rund um den Kurpark

Direkt hinter dem Kurpark ist die Josef-von-Lauff-Straße eine beliebte Route für Gassigänger, Jogger und Radfahrer. Doch weil nicht alle Regeln klar erklärt werden, kommen sie sich oft in die Quere.

Immer wieder Streit zwischen Radfahrern und Hundehaltern rund um den Kurpark

Wenn Merkurist-Leser Robert mit dem Fahrrad unterwegs ist, fährt er oft die gleiche Strecke. Von der Josef-von-Lauff-Straße aus geht es für ihn über den Promenadenweg in Richtung Löwenspielplatz. Die Verbindung gilt als eine der schnellsten zwischen Innenstadt und Sonnenberg. Durch den angrenzenden Kurpark, wird die Route aber gleichzeitig gerne von Joggern und von Hundehaltern genutzt — und die, das musste Robert in letzter Zeit oft feststellen, kommen sich auf der Strecke häufig in die Quere.

Gefährliche Situationen

„Ich habe schon mehrfach gesehen, dass Radfahrer beschimpft werden“, erzählt er. Das komme besonders häufig vor, wenn Hunde, die nicht angeleint sind, auf dem Weg entlang tollen. Auch andere Merkurist-Leser sehen das als Gefahr für Hunde, Radfahrer und Fußgänger, denn manchmal können die Radfahrer nicht schnell genug bremsen, wenn ein Tier die Route kreuzt.

„In den Kuranlagen sollen Radfahrer den nördlichen Weg benutzen.“ - Günni Langer, ADFC

Robert vermutet, dass vielen Wiesbadenern nicht klar ist, dass Radfahren auf der Strecke hinter dem Park erlaubt ist. Auch der Allgemeine Fahrrad Club Wiesbaden (ADFC) kennt die Missverständnisse aus Gesprächen mit Radfahrern und klärt auf: „Das Befahren des Kurparks ist mit dem Rad verboten. In den angrenzenden Kuranlagen sollen Radfahrende den nördlichen Weg, der entsprechend beschildert ist, benutzen“, klärt Sprecher Günni Langer auf.

Missverständnisse auf den Wegen

Auch eine Sprecherin des zuständigen Betriebes TriWiCon erklärt, dass das Radverbot nur innerhalb des eingezäunten Bereichs südlich der Josef-von-Lauff-Straße gilt. „Das wird durch das Aushängen der Kurparkordnung in den Schaukästen an allen Eingängen und zudem mit entsprechender Beschilderung an den Eingängen deutlich gemacht“, sagt sie. Ebenso weisen die Schilder auf eine Anleinpflicht für Hunde hin.

„Es fehlt an klaren Schildern.“ - Merkurist-Leser Robert

Robert wünscht sich, dass die Regeln auf der Route besser kommuniziert werden. „Es fehlt an klaren Schildern“, fordert er weitere Hinweise, nicht nur an den Eingängen. Auch der ADFC ist nicht ganz zufrieden mit der Strecke und fordert von der Stadt eine schnelle Route für Alltagsradler zwischen Sonnenberg und Mitte. Dafür hat der ADFC bereits konkrete Ideen im Kopf: „Ein Radweg entlang der topografisch günstigen Sonnenberger Straße, oder eine Umwandlung der Parkstraße in eine Fahrradstraße, samt Einbahnstraßenregelung“, nennt Langer zwei Beispiele. Beide Lösungen sehe der AFDC als Möglichkeit, Konflikten zwischen Radfahrern und Autos vorzubeugen.

Klare Regeln in Parks

„Leinenpflicht besteht nur in ausnahmslos allen innerstädtischen Grünanlagen.“ - Peter Sermond, Anwalt

Auch die Hunde kämen den Radfahrern auf dieser Strecke dann nicht mehr so häufig in die Quere. Für diese, so erklärt Peter Sermond, Anwalt für Verkehrsrecht auf der Homepage des Wiesbadener Tierschutzvereins, gibt es übrigens keine generelle Anleinpflicht in Wiesbaden. „Leinenpflicht besteht nur in ausnahmslos allen innerstädtischen Grünanlagen, für diese ist jeweils an den Eingängen auf einer Tafel eine ‘Parkordnung’ aufgestellt“, fasst er zusammen. Wer von der Parkwacht mit Hund aber ohne Leine erwischt wird, muss ein Ordnungsgeld zahlen. Im konkreten Beispiel weisen Schilder auf beiden Seiten der Josef-von-Lauff-Straße auf eine Anleinpflicht hin. (ts/ms)

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