Ende der Ermittlungen zu Busunfall am Hauptbahnhof weiterhin offen

Es ist nun schon mehr als ein halbes Jahr vergangen, seitdem ein Bus vor dem Wiesbadener Hauptbahnhof scheinbar außer Kontrolle in ein Wartehäuschen gekracht ist. Ein Mann wurde dabei getötet, 23 Personen wurden verletzt.

Ende der Ermittlungen zu Busunfall am Hauptbahnhof weiterhin offen

Auch mehr als sieben Monate nach dem tödlichen Busunfall am Wiesbadener Hauptbahnhof ist die Ursache für das Unglück noch immer nicht geklärt. Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft hält sich bezüglich des Ermittlungsstandes bedeckt. „Der Sachstand hat sich nicht verändert“, so Oberstaatsanwalt Oliver Kuhn.

Am 21. November 2019 hatte ein Linienbus an der Haltestelle Hauptbahnhof C noch Fahrgäste ein- und aussteigen lassen. Was im Anschluss passierte, gibt den Ermittlern noch immer Rätsel auf. Der Bus fuhr über vier Fahrspuren und einen Grünstreifen auf das Gebäude des Hauptbahnhofs zu. Statt seine Fahrt wie geplant auf dem Kaiser-Friedrich-Ring fortzusetzen, krachte der Bus in ein Wartehäuschen vor dem Bahnhof. Ein Mann kam dabei ums Leben, 23 Personen wurden teils schwer verletzt.

Flut an Informationen

Am Tag nach dem Unglück gingen die Behörden noch davon aus, dass die Ursache für die tragische Unfallfahrt im Laufe der nächsten Woche vorliegen werde. Doch daraus wurde nichts. Bereits im Dezember erklärte dann ein Sprecher der ESWE Verkehr, dass es eine große Masse an Informationen gebe, die ausgewertet werden müsse. Insgesamt 64 Zeugenaussagen, Videos der Verkehrsüberwachung, Videoaufnahmen aus dem Inneren des Busses und des Fahrerplatzes sowie die Festplatte und den Fehlerspeicher des Busses galt es auszuwerten.

„Wir warten immer noch auf die Fertigstellung des unfallanalytischen Gutachtens“, gibt Kuhn ein Update. „Da dieses noch nicht vorliegt, ist ein Abschluss des Verfahrens zeitlich momentan nicht prognostizierbar.“ Derzeit deutet also nichts auf einen baldigen Abschluss der Ermittlungen hin.

Zuletzt wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft nicht nur gegen den Fahrer des Busses ermittelt, der zum Unglückszeitpunkt am Steuer saß, sondern auch gegen den Kollegen, der zuvor den Bus gelenkt hatte. Ihm wird vorgeworfen, die Übergabe nicht ordnungsgemäß durchgeführt zu haben. Die Ermittlungen laufen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung im Straßenverkehr. (js)

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