Mit rund 150 Gästen hat das kuenstlerhaus43 am Anfang Dezember sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Die Feier im Palasthotel am Kranzplatz in Wiesbaden war jedoch von Sorgen um die Zukunft des freien Theaters überschattet, wie die Betreiber erklären.
Das Intendantenduo Susanne Müller und Wolfgang Vielsack hatte Freunde, Förderer und Künstler sowie Vertreter aus Politik und Kultur eingeladen. Im Foyer erinnerten Plakate und Fotos an rund 500 Projekte aus zwei Jahrzehnten. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende würdigte das Theater in einem Grußwort: „Wiesbaden wäre ohne das kuenstlerhaus43 ein Stück weniger lebendig, weniger überraschend, weniger warmherzig. Auf die nächsten 20 Jahre!“
Feier mit ernstem Hintergrund
Die Freude über das Jubiläum sei jedoch durch eine ernste Frage getrübt worden: Der Mietvertrag für die Interimsspielstätte im Palasthotel endet im August 2026 und eine dauerhafte Lösung ist nicht in Sicht. Theaterleiter Wolfgang Vielsack äußerte sein Bedauern darüber, dass sich die Stadtpolitik gegen eine alternative Spielstätte in der Goldgasse entschieden habe.
Trotz der ungewissen Zukunft wurde gefeiert. Das Reno Meno Duo sorgte für musikalische Begleitung und eine knapp anderthalb Meter lange Torte bildete den kulinarischen Abschluss. Dennoch blieb die Frage offen, ob es ein Jubiläum oder bereits ein Abschied war. Wie es mit dem kuenstlerhaus43 weitergeht, ist nun eine kulturpolitische Entscheidung.