Nach Sperrung am Landeshaus: Massive Kritik der FDP an Verkehrsdezernent

Die Sperrung der Abbiegespur am Landeshaus hat für großen Ärger bei den Wiesbadener Autofahrern gesorgt. Auch die FDP schließt sich der Kritik an und wirft dem grünen Verkehrsdezernenten Versäumnisse vor.

Nach Sperrung am Landeshaus: Massive Kritik der FDP an Verkehrsdezernent

Es ist das Aufreger-Thema in Wiesbaden in dieser Woche: Seit Dienstag ist die Abbiegespur vom Kaiser-Friedrich-Ring in Richtung der Biebricher Allee gesperrt. Der Grund: Weil auf der rechten Spur im Sommer eine Umweltspur für Busse und Fahrräder eingerichtet wurde, können Autofahrer nur noch von der Mittelspur aus abbiegen. Die Folge waren zahlreiche Unfälle, zum Teil mehrere am gleichen Tag. Daher hatte das Verkehrsdezernat die Notbremse gezogen und die Spur vorläufig gesperrt.

Die Maßnahme sorgte bei fast allen Verkehrsteilnehmern für großen Unmut. In hunderten Kommentaren in den sozialen Medien beschweren sich Autofahrer, dass sie nun gezwungen seien, Umwege zu fahren. Immer wieder wird aber auch die Verkehrspolitik des grünen Verkehrsdezernenten Andreas Kowol scharf kritisiert. Dessen fahrradfreundliche Maßnahmen hätten das Chaos in Wiesbaden erst verstärkt.

Kritik von der FDP

„Dass sich das Verkehrsdezernat nun nicht anders zu helfen weiß, als das Abbiegen zu verbieten, ist ein Armutszeugnis für den Magistrat.“ - Alexander Winkelmann (FDP)

Mit der Rathausfraktion der FDP schließt sich jetzt die erste Partei dieser Kritik an. In einem schreiben wirft der Stadtverordnete Alexander Winkelmann Kowol massives Versagen vor. Er behauptet, dass die Probleme vor dem Landeshaus schon seit der Einführung der Umweltspur im Juni dem Dezernat bekannt gewesen seien: „Dennoch wurde über Monate nicht reagiert. Dass sich das Verkehrsdezernat nun nicht anders zu helfen weiß, als das Abbiegen zu verbieten, ist ein Armutszeugnis für den Magistrat.“

Die FDP verweist dabei auch auf ein Schreiben des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie und Verkehr, welches im Landeshaus beheimatet ist und damit die Problemstelle direkt vor der Tür hat. Dieses hatte sich schon im Juli an die Stadt Wiesbaden gewandt und auf die Verkehrsprobleme an der Kreuzung hingewiesen. Eine Reaktion erfolgte jedoch erst jetzt.

„Dass das Verkehrsdezernat trotz des Schreibens und den zahlreichen Unfällen fast drei Monate ins Land hat ziehen lassen, bevor reagiert wurde, ist skandalös“, meint Winkelmann. Durch ein schnelleres Handeln des Dezernats hätten viele Unfälle verhindert werden können, meint der FDP-Abgeordnete. Winkelmann schlägt vor, die Umweltspur an der Stelle zu verkürzen, um das Abbiegen so wieder zu erleichtern. (ts)

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