NABU schlägt Alarm: Invasive Pflanzen breiten sich in Wiesbaden aus

Neue Online-Karte veröffentlicht

NABU schlägt Alarm: Invasive Pflanzen breiten sich in Wiesbaden aus

Am Donnerstag hat der Wiesbadener Naturschutzbund (NABU) eine Online-Karte veröffentlicht, die erstmals den Grad der Ausbreitung invasiver Pflanzen in den Naturräumen Wiesbadens zeigt. Das teilt der NABU in einer Presseerklärung mit.

Invasive Tier- und Pflanzenarten seien demnach eine der Hauptursachen von Artenschwund und Biotopverlusten. Laut NABU sei die Invasion von Neophyten eine rasch wachsende Bedrohung für die landschaftlich als auch ökologisch besonders wertvollen Naturschutzgebiete und Bachtäler Wiesbadens.

Ausbreitung von gebietsfremden Pflanzen weit fortgeschritten

„In den Naturräumen im nördlichen und östlichen Stadtgebiet ist die Ausbreitung von gebietsfremden Pflanzen wie dem Drüsigen Springkraut und dem Japanischen Staudenknöterich schon weit fortgeschritten. Das Naturschutzgebiet Rabengrund ist akut bedroht und für den schon weiträumig von Neophyten dominierten Goldsteinbach kommt wohl jede Hilfe zu spät“, so Manfred Krautter, Ansprechpartner des NABU zu invasiven Neophyten. Im Westen Wiesbadens sei die Ausbreitung der Neophyten dagegen meist noch gering und lokal begrenzt: „Um wenigstens diese artenreichen Naturräume zu schützen, sind sofortige und wirksame Schutzmaßnahmen durch die zuständigen Behörden erforderlich,“ fordert Peter Siersleben, Vorsitzender des NABU Wiesbaden.

Das von NABU und EcoAid erstellte Monitoring umfasst 13 Naturschutzgebiete und Bachtäler in Wiesbaden. Es zeigt und bewertet die Ausbreitung von Neophyten und den Grad der Gefährdung für die heimische Natur. In vier der 13 Naturräume haben gebietsfremde Pflanzen die heimische Flora bereits weiträumig verdrängt. In sechs Schutzgebieten stehen die Chancen, eine Neophyteninvasion aufzuhalten, dagegen noch gut. Voraussetzung dafür ist laut NABU aber ein wirksames Monitoring und die sofortige Bekämpfung erster Ansiedlungen der Neophyten. Der NABU habe seinerseits in diesem Jahr erste Schutzprojekte am Lippbach und im Weilburger Tal initiiert und beim Umweltamt beantragt, diese fortführen zu dürfen.

„Die meisten Neophyten sind leicht zu erkennen und im Frühstadium auch mit einfachen Mitteln gut zu bekämpfen,“ so Krautter. „Wie das geht, dazu gibt es Empfehlungen des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Der NABU bietet zudem Informations- und Aktionstage an.“ Wer auf invasive Pflanzen stößt, kann diese beim HLNUG melden, am einfachsten mit einem Smartphone-Foto, das die Geodaten enthält.

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