Warum ein Wiesbadener Fotograf Promis zum Weinen bringt

Rund eine Million Kilogramm Müll werden jedes Jahr mit dem Rhein in die Nordsee gespült. Um vor allem auf das Plastikproblem aufmerksam zu machen, hat ein Wiesbadener Fotograf eine Fotokampagne gestartet - und dafür Promis zum Weinen gebracht.

Warum ein Wiesbadener Fotograf Promis zum Weinen bringt

Ein Spaziergang am Rhein kann genauso schön wie erschreckend sein. Denn neben Entenfamilien, Schwänen und Vögeln treibt auch Müll auf der Wasseroberfläche — und darunter. Beim „Rhine Cleanup“ im vergangenen Jahr haben fast 150 freiwillige Helfer in Wiesbaden und Mainz etliche Container voll mit Plastiktüten, Strohhalmen und Co aus dem Fluss gesammelt, um ein Zeichen gegen die Umweltverschmutzung zu setzen.

Und trotzdem: Das Problem ist noch lange nicht gelöst. Ein Wiesbadener Fotograf will es jetzt mit Hilfe eines Fotoprojekts schaffen, die Menschen auch in ihrem Alltag zum Umdenken zu bewegen.

Fotos für mehr Bewusstsein

Mit der Kampagne „Icry4u“ will Michael Magulski vor allem auf das Plastikproblem in Deutschland und der Welt aufmerksam machen. Der gebürtige Husumer und Neu-Wiesbadener hat dafür 30 Personen aus dem öffentlichen Leben zusammengetrommelt und abgelichtet. Die Besonderheit: Alle abgebildeten Personen weinen.

Daher auch der Name der Aktion „Icry4u“, der übersetzt „Ich weine für dich“ bedeutet. Die Prominenten, wie DJ und Musikproduzent Frans von „Alle Farben“, Schauspieler Sven Martinek und Moderatorin Nova Meierhenrich, weinen um die Erde, die unter dem Müll leidet. „Einen lachenden Promi kennt man ja schon zu genüge, aber einen weinenden Promi, da schaut man schon zweimal hin“, erklärt Magulski seine Idee.

„Wenn nur jeder 10 % seines Plastikverhaltens ändern würde, wäre dieses schon ein Erfolg.“ - Michael Magulski

Bewirken will der Fotograf mit seiner Aktion vor allem eines: „Das Bewusstsein der Menschen wecken“, sagt er. Wer die Bilder sieht, soll versuchen, umzudenken. „Wenn nur jeder 10 % seines Plastikverhaltens ändern würde, wäre dies schon ein Erfolg.“ Jeder einzelne müsse sich vor allem von alten Gewohnheiten — wie beispielsweise der Plastiktüte beim Einkaufen — verabschieden, sagt er. „Es gibt so viele tolle Alternativen, man muss sich nur einfach mal aus seiner Komfortzone befreien.“

Die zwei mal drei Meter großen Bilder werden im Januar 2020 in einer Wanderausstellung zu sehen sein, die nicht nur Halt in Wiesbaden, sondern auch in Mainz, München, Köln, Hamburg und Berlin machen wird. (js)

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