Hat das Verkehrschaos in der Moritzstraße bald ein Ende?

Täglich ärgern sich die Wiesbadener über den Verkehr in der Moritzstraße. Das Verkehrsdezernat will etwas dagegen unternehmen und hat jetzt erste Pläne vorgestellt, wie die Moritzstraße und die Gerichtsstraße nach einer Umgestaltung aussehen könnten.

Hat das Verkehrschaos in der Moritzstraße bald ein Ende?

Wer in der Moritzstraße unterwegs ist, muss aufpassen. Egal, ob mit dem Auto, dem Rad oder als Fußgänger. Gefühlt fährt dort jeder, wie er will. Radwege sind blockiert, rechts und links in der Einbahnstraße parken Autos. Und zu jeder Zeit muss man damit rechnen, dass plötzlich ein Autofahrer ausschert, der gerade noch mit Warnblinker am Straßenrand stand. Mit dem Verkehrschaos könnte jedoch bald Schluss sein. Das Verkehrsdezernat hat ein erstes Konzept inklusive Visualisierungen vorgelegt, wie die Moritzstraße und die benachbarte Gerichtsstraße nach einer Umgestaltung aussehen könnten.

Erste Ideen schon im Herbst 2018

Schon am 6. September hatte die Stadt darüber beraten, die Moritzstraße einspurig zu machen. Einerseits, um die Verkehrslage zu entspannen, andererseits um das Umfeld für die Studenten am neuen Campus der Hochschule Fresenius sicherer zu machen. Schon damals sagte Verkehrsdezernent Andreas Kowol: „Wir wollen hier mehr Aufenthaltsqualität schaffen.“ Die Zugänge zum Fresenius-Campus müssten zudem aufgewertet werden. Eine weitere Idee war schon damals, die Moritzstraße künftig nur noch einspurig befahrbar zu machen. „Derzeit ist die Moritzstraße ein überbreiter Fahrstreifen, der zweispurig befahren werden kann“, erklärte ein Sprecher des Verkehrsdezernats damals.

„Mehr Platz für Fuß- und Radverkehr, kein Zweite-Reihe-Slalom mehr für Auto und Bus: So könnten Moritzstraße und Gerichtsstraße aussehen.“ - Andreas Kowol

Wie genau diese Maßnahmen umgesetzt werden sollen, stand im im Herbst des vergangenen Jahres noch nicht fest. Doch inzwischen sind die Pläne konkreter geworden. „Mehr Platz für Fuß- und Radverkehr, Außengastronomie und Lebensqualität — kein Zweite-Reihe-Slalom mehr für Auto und Bus: So oder so ähnlich könnten Moritzstraße und Gerichtsstraße in Zukunft aussehen“, teilt Andreas Kowol auf seiner Facebookseite mit.

Auftrag des Ortsbeirates Mitte

Der Ortsbeirat Mitte hatte das Verkehrsdezernat demnach beauftragt, ein Konzept für die Neugestaltung des Umfelds der Hochschule Fresenius und des Alten Gerichts zu entwickeln. „Im Ortsbeirat habe ich nun gemeinsam mit der SEG zwei Visualisierungen als erste Diskussionsgrundlage vorgestellt“, so Kowol weiter.

Konkret sehen die ersten Pläne vor, dass vor dem Alten Gericht eine Fußgängerzone entstehen soll — aus der Gerichtsstraße werde somit ein „Gerichtsplatz“. Auf der Visualisierung ist ein gepflasterter Platz erkennbar, darauf mehrere Bänke, Bäume und Pflanzen sowie Außengastronomie.

Resonanz positiv

Die überbreite Fahrbahn der Moritzstraße soll tatsächlich auf die Maße einer normalen Fahrspur reduziert werden, wie es schon im Herbst 2018 angedacht war. „Eine Herausforderung ist ohne Zweifel der Lieferverkehr, auf den Einzelhandel, Gastronomie und Anwohner angewiesen sind“, räumt Kowol ein. Weil dieser aber heute noch oft für Chaos sorge, prüfe das Verkehrsdezernat neuartige, intelligente Lieferzonen: „Berechtigte Lieferanten können per App den massiven Bügel herunterklappen und somit den Parkplatz freischalten“, erklärt Kowol. Der Ortsbeirat äußerte sich positiv zu den Vorschlägen und Visualisierungen des Verkehrsdezernates. Wann es so weit ist und ob die Pläne in der Realität auch genau so umgesetzt werden können, ist allerdings noch unklar. (ts)

Logo