Wiesbaden auf Platz 5 der hässlichsten Städte – was steckt dahinter?

Ein Städteranking hat am Mittwoch in den sozialen Medien für Aufregung gesorgt. Demnach soll Wiesbaden unter den fünf hässlichsten Städten in Deutschland sein.

Wiesbaden auf Platz 5 der hässlichsten Städte – was steckt dahinter?

Ein Social-Media-Post der Zeitschrift „brand eins“ hat es am Mittwoch in einige Wiesbadener Facebook-Gruppen, Twitter-Beiträge und Instagram-Storys geschafft und dort für rege Diskussionen gesorgt. Der Grund: Im Post ist eine Auflistung der fünf „’hässlichsten’ Städte Deutschlands“ zu sehen. Wiesbaden liegt in diesem Ranking auf Platz 5.

Ärger über Ergebnis

Über Schönheit lässt sich bekanntlich streiten. Aber dass ausgerechnet Wiesbaden so weit oben auf der Liste der hässlichsten Städte stehen soll, hielten viele für unangemessen. „Unsinn“, schreiben einige, „Frechheit“, meinen andere. Orte wie der Kurpark, der Neroberg und das Biebricher Schloss werden genannt, um das Urteil zu entkräften.

Doch nicht nur die Platzierung von Wiesbaden sorgt im Netz für Kopfschütteln. Auf den Plätzen 4 bis 1 sind nämlich die Städte Fürth, Mönchengladbach, Elsdorf und Neumünster angesiedelt. Insbesondere Fürth wird unter dem Instagram-Post von „brand eins“ von zahlreichen Nutzern in Schutz genommen. Wenn der Auflistung aber so viele Menschen widersprechen, ist sie dann überhaupt aussagekräftig? Und woher stammt das Ergebnis überhaupt? In den Posts von „brand eins“ zumindest wird keine Quelle genannt.

Was steckt hinter dem Ergebnis?

Gibt man „die hässlichsten Städte Deutschlands“ in die Google-Suchleiste ein, erscheint unter den Ergebnissen ein Artikel von „Focus online“ vom 17. Mai 2023. Darin werden die 10 hässlichsten Städte aufgeführt. Und tatsächlich: Wiesbaden liegt dort auf Platz 5, davor liegen wie im „brand eins“-Post Fürth, Mönchengladbach, Elsdorf und Neumünster. Ganz oben im Artikel wird direkt eine Quelle genannt: Das Ranking basiere auf einer „Statista“-Umfrage aus dem Jahr 2013.

In der Umfrage fallen direkt ein paar Unstimmigkeiten ins Auge. Der Titel lautet nämlich nicht „Hässlichste Städte“, sondern „Unattraktivste Städte der Deutschen im Jahr 2013“. Außerdem kann man dort auch nachvollziehen, wie genau „Statista“ die Umfrage durchgeführt hat. So seien 1000 Menschen gefragt worden, „in welcher der Großstädte in Deutschland mit mehr als 500.000 Einwohner sie am wenigsten gerne leben wollen“. Erstens ging es bei der Umfrage also gar nicht um Hässlichkeit, sondern um Unbeliebtheit. Und zweitens sind die meisten Städte aus dem „Focus“-Ranking gar nicht enthalten, da sie weniger als 500.000 Einwohner haben – wie auch Wiesbaden.

Wie also kommt „Focus“ auf dieses Ergebnis? So richtig deutlich wird das nicht. Dem Beitrag zufolge sei Wiesbaden „eigentlich mit einem recht schönen und altertümlichen Ortskern ausgestattet“. Dennoch sei die Stadt „vielen Umfragen zufolge sehr unbeliebt und nicht gerade schön für das Auge“. Welche Umfragen genau damit gemeint sind, wird nicht gesagt. Die Wiesbadener können also aufatmen. Zwar scheint die Stadt zumindest in der „Focus“-Redaktion recht unbeliebt zu sein – sehr repräsentativ ist dieses Urteil aber offenbar nicht.

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