Welches Wiesbadener Gymnasium hat den besten Ruf?

Welches Gymnasium hat in Wiesbaden den besten Ruf? Das wollten wir von unseren Lesern wissen – und hier ist das Ergebnis.

Welches Wiesbadener Gymnasium hat den besten Ruf?

Seit Montag gehen die Wiesbadener Schüler nach zwei Wochen Osterferien wieder in die Schule. Doch bevor sie wieder bewertet werden, bewerten die Merkurist-Leser die Wiesbadener Schulen, oder genauer: die Gymnasien.

„Welches Wiesbadener Gymnasium hat den besten Ruf?“, wollten wir in einer Umfrage wissen. Zur Auswahl standen zwölf Schulen. Etwa 700 User haben ihre Stimme abgegeben, hier ist das Ergebnis in umgekehrter Reihenfolge:

Plätze 12 bis 10

Auf dem letzten Platz in unserem Ranking liegt die Freie Waldorfschule Wiesbaden. Dass nur zwei Prozent unserer User für die Schule in der Albert-Schweitzer-Allee stimmten, ist wenig überraschend, da Waldorfschulen ein ganz eigenes Konzept haben, mit dem nicht jeder vertraut ist. Nach eigenen Angaben sind etwa 450 Schüler vom Vorschulalter bis zum Abitur auf der Schule. Als „entwicklungsorientierte Pädagogik“ bezeichnet die Waldorfschule ihr Konzept. Dabei stehe die „körperliche, seelische und geistige Entwicklung der Heranwachsenden“ im Vordergrund.

Schon deutlich besser schneiden die Theodor-Fliedner-Schule und die Oranienschule mit jeweils 5 Prozent ab. Die Theodor-Fliedner-Schule in Bierstadt wurde nach dem evangelischen Pfarrer Georg Heinrich Theodor Fliedner benannt und existiert seit 1965. Zum Gymnasium umgewandelt wurde die Schule aber erst im Jahr 2009, was vielleicht den eher niedrigen Rang in unserer Umfrage erklärt. Die Oranienschule in Mitte hat schon eine deutlich längere Historie. 1857 wurde sie gegründet – zunächst als Höhere Bürgerschule für Knaben. Etwa 50 Jahre später, im Jahr 1905 wurde die Oranienschule zum Realgymnasium ausgebaut. Damit ist sie das drittälteste Gymnasium in Wiesbaden.

Plätze 9 bis 7

Ein Prozentpunkt mehr erreichen jeweils die Martin-Niemöller-Schule, die Carl-von-Ossietzky-Schule und die Obermayr Europa-Schule Campus Erbenheim.

Die Martin-Niemöller-Schule wurde 1974 aus der Helene-Lange-Schule ausgegliedert und zog zunächst noch als „Oberstufengymnasium am Moltkering“ in einen Neubau an der Bierstadter Straße. 1987 erhielt das Gymnasium seinen heutigen Namen. 20 Jahre später wurde die Schule in ein reguläres Gymnasium umgewandelt. Nur zwei Monate danach, im Dezember 2007, brachen zwei Schüler (18 und 16) in das Gebäude ein und zündeten im Sekretariat einen Aktenschrank an. Der Brand griff auf das gesamte Gebäude über und verursachte Sachschäden in Höhe von mehreren Millionen Euro. Seit dem Schuljahr 2011/12 werden die Schüler in einem Neubau wieder am alten Standort unterrichtet.

Die Carl-von-Ossietzky-Schule ist mittlerweile das einzige Oberstufengymnasium in Wiesbaden. Sie wurde 1978 in Klarenthal gegründet, seit vergangenem Jahr sitzt die Schule in einem kompletten Neubau in der Carl-von-Ossietzky-Straße. Die Schule sorgte 1986 international für Aufsehen, als zum ersten Mal ein Schüleraustausch zwischen deutschen Schülern und Schülern aus der damaligen Sowjetunion stattfand. Die Obermayr Europa-Schule (gegründet 1956 als private Handelsschule) gibt es gleich an mehreren Standorten: in Taunusstein, Schwalbach, Rüsselsheim und Wiesbaden. Im Jahr 2007 wurde in Wiesbaden-Erbenheim die gymnasiale Oberstufe eröffnet.

Platz 6

Das private Ganztagsgymnasium Humboldt-Schule in der Mosbacher Straße eröffnet mit 7 Prozent die obere Hälfte unseres Rankings. Die Schule wurde 1958 gegründet und setzt seitdem auf individuelle Förderung. Dies soll unter anderem durch kleiner Klassen und fächerübergreifendes Lernen ermöglicht werden.

Platz 5

Noch zwei Prozentpunkte mehr erhält die Elly-Heuss-Schule, die ganz zentral am Platz der deutschen Einheit liegt. Die Schule hat eine internationale Ausrichtung und setzt auf bilinguales Lernen. Eine Besonderheit: Seit 2009 ist die EHS eine von bundesweit 35 Schulen mit der Auszeichnung „Eliteschule des Fußballs“. Den etwa zwölf Fußballern pro Jahrgang wird dabei geholfen, Leistungssport und Schule unter einen Hut zu bringen. Dabei kooperiert die Schule auch mit den Nachwuchsleistungszentren von Mainz 05 und dem SV Wehen Wiesbaden.

Platz 4

Das älteste Gymnasium der Stadt verpasst mit zehn Prozent nur knapp das Treppchen: die Diltheyschule. Im Jahr 1844 erließ Herzog Adolf von Nassau ein Dekret, in dem das vorherige Pädagogium zum humanistischen Gymnasium erweitert wurde. Ihren heutigen Namen erhielt die Diltheyschule 1951, an die Georg-August-Straße zog sie im Jahr 1969. Berühmte ehemalige Schüler sind unter anderem General und Widerstandskämpfer Ludwig Beck, Chemie-Nobelpreisträger Hans Fischer und die ehemalige Bundesfamilienministerin Kristina Schröder.

Platz 3

Die Bronzemedaille geht ans das Gymnasium am Mosbacher Berg in Wiesbaden-Mitte, für das sich 12 Prozent unserer User entschieden. Im Gegensatz zur Diltheyschule ist es eher einer der jüngeren Gymnasien der Stadt und besteht seit 1969. Laut eigenen Angaben werden an der Schule etwa 1200 Kinder von knapp 100 Lehrern bis zum Abitur begleitet. Unter anderem Comedy-Star Michael Kessler („Switch reloaded“) machte hier sein Abitur.

Platz 2

Den zweiten Rang in unserer Umfrage belegt die Leibnizschule im Westend. Für 14 Prozent hat sie den besten Ruf aller Gymnasien. Die Geschichte der Schule reicht bis ins Jahr 1905 zurück, als sie damals als Oberrealschule für Knaben gegründet wurde. Zum Gymnasium wurde sie 1956 und nahm später dann auch Mädchen auf. Die Leibnizschule war eine der ersten Schulen in Hessen, die einen G8-Zweig anbot. Sie versteht sich nach eigenen Angaben „als Lebensraum, in dem wir uns wohlfühlen können, und als Lernort, an dem sich ein verantwortungsbewusstes Lernen in der Gesellschaft entfaltet“. Die Schwerpunkte der Schule liegen auf Musik und MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).

Platz 1

Bleibt noch eine Schule übrig. Den ersten Platz unseres Rankings belegt die Gutenbergschule in Wiesbaden-Südost. 16 Prozent unserer Leser entschieden sich für die Wiesbadener Schule, die nach dem berühmtesten Mainzer benannt wurde. Die Gutenbergschule ist nur ein Jahr „jünger“ als die Diltheyschule und wurde 1845 als Realgymnasium gegründet. Ihren heutigen Namen trägt die Schule seit 1955. Auch die Gutenbergschule hatte einige berühmte Schüler wie Sportkommentator Béla Réthy oder den Widerstandskämpfer und späteren ersten Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz Otto John.

Anmerkung: Die Elisabeth-Selbert-Schule haben wir aus dem Ranking rausgelassen. Sie ist so neu, dass ein Vergleich mit anderen Gymnasien nicht fair wäre.

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