RMV verschiebt jährliche Preiserhöhung

Verkehrsverbund will Fahrgäste entlasten

RMV verschiebt jährliche Preiserhöhung

Zum ersten Mal in der Geschichte des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) bleiben die Fahrkartenpreise zum Jahreswechsel konstant. Wie der RMV am Dienstag mitteilt, wird die für den 1. Januar 2021 angesetzte Preiserhöhung um sechs Monate verschoben. Damit will der Verkehrsverbund sein Angebot attraktiver machen und Fahrgäste, die — auch finanziell — unter der Corona-Pandemie leiden, entlasten.

„Wir wollen die Menschen motivieren, wieder in den öffentlichen Nahverkehr einzusteigen“, so Peter Feldmann, RMV-Aufsichtsratsvorsitzender und Oberbürgermeister von Frankfurt. In Kombination mit Aktionen wie pausierten Abonnements und der verbundweiten Gültigkeit aller Jahreskarten an den vergangenen Sommerferien-Wochenenden will der RMV so die von der Bundesregierung beschlossene temporäre Mehrwertsteuersenkung an seine Fahrgäste weitergeben.

„Das ist ein wichtiges Signal an alle, die weiterhin unter den Folgen der Pandemie leiden und trotzdem auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind“ - Tarek Al-Wazir, hessischer Verkehrsminister

Die Preiserhöhung auf den 1. Juli 2021 zu verschieben sei die „einfachste und unbürokratischste Lösung“, um die Mehrwertsteuersenkung an die Fahrgäste weiterzugeben, erklärt RMV-Geschäftsführer Knut Ringat. „Wollen wir den Tarif ändern, muss dies vom Aufsichtsrat beschlossen und den Behörden genehmigt werden, bevor wir in die Umsetzung gehen können – das dauert normalerweise mehrere Monate.“ Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) befürwortet die Pläne des RMV. „Das ist ein wichtiges Signal an alle, die weiterhin unter den Folgen der Pandemie leiden und trotzdem auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind“, so Al-Wazir.

Doch nicht nur den Entschluss, die Preiserhöhung zu verschieben, traf der RMV-Aufsichtsrat. Er stimmte ebenfalls dafür, zu überprüfen, inwiefern die Maskenpflicht in die Beförderungsbedingungen des Verkehrsverbundes aufgenommen werden könnte. Eine solche Regelung würde es dem RMV erleichtern, die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr durchzusetzen. Zusätzlich will der RMV ein Konzept entwickeln, nach dem ein Stamm an geschulten Sicherheitsmitarbeitern aufgebaut werden könnte, um die Regelung umzusetzen. (ms)

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