Real-Verkauf führt zu Angst bei Beschäftigten

Nach langen Verhandlungen steht der Verkauf der Real-Supermärkte kurz vor dem Abschluss. Wie es für die beiden Wiesbadener Filialen weiter geht, ist jedoch noch völlig unklar. Viele Angestellte fürchten um ihre Jobs.

Real-Verkauf führt zu Angst bei Beschäftigten

Der Verkauf der Supermarktkette Real ist beschlossen. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, werden die 276 Märkte in Deutschland von dem deutsch-russischen Konsortium SCP Group und X+Bricks übernommen. Während der größte Teil der Märkte an Kaufland oder Edeka verkauft werden soll, droht für mindestens 30 Filialen das sofortige Aus.

„Die Stimmung ist schon seit einem Jahr miserabel.“ - Katja Deusser, Ver.di

Auch ist noch völlig unklar, wie viele der insgesamt 34.000 Beschäftigten von Real ihre Jobs behalten können. Laut dem Gesamtbetriebsrat müssten um die 10.000 Beschäftigten mittelfristig mit einer Kündigung rechnen. Das sorgt für Unmut bei den Angestellten, auch in den beiden Real-Märkten in Wiesbaden in der Äppelallee und der Mainzer Straße. „Die Stimmung ist schon seit einem Jahr miserabel“, erzählt Katja Deusser, zuständige Gewerkschaftssekretärin von Ver.di.

„Dennoch kommen die Kollegen jeden Tag zur Arbeit, weil sie Angst um ihren Arbeitsplatz haben.“ - Katja Deusser, Ver.di

Bei allen Mitarbeitern gehe eine große Sorge um den eigenen Arbeitsplatz um. Dieser werde besonders dadurch verstärkt, das sich der bisherige Besitzer von Real „Metro“ nur unzureichend äußerte. „Selbst bei den Märkten mit guten Zahlen ist große Ungewissheit da“, so Deusser. Auf Betriebsversammlungen stelle sie immer wieder fest, wie ihre Kollegen „durchhängen“. Schon der Ausstieg von „Real“ aus der Tarifbindung vor zwei Jahren hatte für Unmut gesorgt, neue Mitarbeiter würden weit unter Tariflohn bezahlt. „Dennoch kommen die Kollegen jeden Tag zur Arbeit, weil sie Angst um ihren Arbeitsplatz haben.“

Deusser hofft, dass der neue Besitzer bald eine endgültige Entscheidung trifft, damit die Angestellten Klarheit über ihre Zukunft bekommen. Für den Fall einer Kündigung hofft sie, dass den Kollegen zumindest eine kleine Abfindung gezahlt wird. Zudem fordert Ver.di, dass die Real-Märkte nicht an private Kaufleute von Edeka oder Rewe verkauft werden, da diese auch nicht nach Tarif bezahlt werden. Um die Forderungen zu unterstreichen, sind auch Streiks durchaus möglich. „Wir haben unsere Beschäftigten dazu aufgerufen“, so Deusser. In Wiesbaden wurde bisher noch nicht gestreikt, dafür aber am Freitag etwa in der Filiale in Groß-Gerau. (js)

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