Wiesbaden ist laut Verfassungsschutzbericht Zentrum von islamistischer Organisation

Verbreitung jihadistischer Gedanken

Wiesbaden ist laut Verfassungsschutzbericht Zentrum von islamistischer Organisation

Die Gefahr, dass Hessen das Ziel eines islamistischen Anschlags wird, ist weiterhin hoch. Das geht aus dem jährlichen Bericht des Landesamts für Verfassungsschutz (LfV) hervor, den Innenminister Peter Beuth am Mittwoch präsentierte. Auch in Wiesbaden verzeichnete das LfV für das Jahr 2018 Aktivitäten aus der radikalen islamistischen Szene.

Im Blickpunkt der Verfassungsschützer steht die türkisch-kurdische Organisation „Türkische Hizbullah (TH).“ Die Gruppe wird für mehrere Morde in der Türke in den 1990er Jahren verantwortlich gemacht, viele ihrer Mitglieder hatten sich daraufhin in Westeuropa zurückgezogen. Zentrum der etwa 140 Mitglieder starken Gruppierungen ist laut dem LfV die Vahdet Moschee im Wiesbadener Westend. Von dort soll die TH mehrere Großveranstaltungen in ganz Europa gesteuert haben.

Von der TH wird auch das israelfeindliche, antidemokratische und „antiwestliche“ Magazins „İnzar“ (Warnung) herausgegeben. Verantwortlich für das Magazin soll laut Verfassungsschutz der Iman der Wiesbadener Moschee sein. Dort heißt es im Bezug auf eine Sure im Koran: „Und tötet sie, wo Ihr sie zu fassen bekommt, und vertreibt sie, von wo sie Euch vertrieben haben! Der Versuch, [Gläubige zum Abfall vom Islam] zu verführen, ist schlimmer als Töten.“ Auch in anderen Veröffentlichungen soll die Gruppe vermehrt indirekt zu Gewalttaten gegen Andersgläubige aufgerufen haben.

Nachdem in diesem Jahr öffentlich über die Vahdet Moschee berichtet worden war, stellte der Moscheeverein weitgehend alle außenwirksamen Aktivitäten ein und verhielt sich unauffällig. Der Imam der Vahdet Moschee wurde, nachdem er mehrere Monate in der Moschee aktiv gewesen war, im Juli in die Türkei abgeschoben. (js)

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