Zwei Förster eröffnen eigenen Klamottenladen in Wiesbaden

Eigentlich haben Jan Felix Borchert und Alexander Schneider Forstwissenschaften studiert. Doch jetzt haben sie in der Innenstadt einen Klamottenladen eröffnet. Bäume pflanzen sie trotzdem noch - und zwar für jedes verkaufte Kleidungsstück.

Zwei Förster eröffnen eigenen Klamottenladen in Wiesbaden

Bären, Enten und Hunde schmücken die Kleidungsstücke, die Jan Felix Borchert und Alexander Schneider unter ihrem eigenen Modelabel Truewoods verkaufen - seit Dezember 2016 online, seit einigen Tagen auch in ihrem Showroom in der Kleinen Schwalbacher Straße. „Der Online-Handel bringt es mit sich, dass sich die Leute gerne auch einmal ein Bild vom realen Produkt machen wollen“, sagt Borchert. Das sei in ihrem kleinen Laden jetzt möglich.

Kleidung auf Bestellung

„Wenn die passende Größe nicht da ist, dann produzieren wir sie für den Kunden.“ - Alexander Schneider

In den Regalen hängen Auszüge aus den Kollektionen. „Wenn die passende Größe nicht da ist, dann produzieren wir sie für den Kunden“, erklärt Schneider. Ähnlich laufe eine Bestellung auch im Online-Shop ab. „Wir haben im Lager alle Komponenten, die wir für die Produktion brauchen. Zweimal pro Woche werden sie den Bestellungen entsprechend zusammengesetzt.“ Anschließend können Kunden die Klamotten entweder selbst abholen, oder bekommen sie versandkostenfrei zugeschickt. Unter anderem seien schon Pakete nach Norwegen und Spanien gegangen.

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„Wir sind keine klassischen Modedesigner.“ - Jan Felix Borchert

Für jedes verkaufte Kleidungsstück pflanzen die beiden außerdem einen Baum - derzeit auf einem Gelände bei Frankfurt, denn „wir sind keine klassischen Modedesigner“, wie Borchert sagt. Beide haben in Göttingen Forstwissenschaften studiert. „Dort gab es viele Bäume und Tiere auf dem Campus. Wir haben uns gefragt, warum man diese Motive nicht auch auf Kleidung bringen kann“, erinnert sich Borchert an die Ursprünge ihres Labels. Durch ihr Studium wissen die beiden, wie Wald als Erholungsraum für Menschen und als Lebensraum für Tiere wirkt, mit ihren Konzept wollen sie beides miteinander verbinden.

WM-Dackel

Dabei kommt ihre Mode schon lange nicht nur bei Förstern gut an. Für die Fußball-WM haben die beiden ein spezielles Motiv herausgebracht: Einen Dackel in Schwarz-Rot-Gold mit dem Namen „Carlchen“. „Wir finden, dass der Dackel der Inbegriff von deutschem Spießbürgertum ist“, lacht Alexander Schneider und erklärt, dass das Motiv ironisch verstanden werden soll.

Bis zum Ende des Turniers soll „Carlchen“ noch auf T-Shirts, Polos und Sweatshirts gestickt werden. Danach steht ein Kassensturz an, denn 30 Prozent der Einnahmen wollen die Truewoods-Gründer an die Stiftung Bärenherz in Wiesbaden spenden. „Und bisher kam Carlchen gut an. Deshalb haben wir die Carlchen-Sachen auch alle im Laden vorrätig.“

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Der Showroom von Truewoods hat in der Kleinen Schwalbacher Straße 3-5 eröffnet. Geöffnet ist immer, wenn die beiden Gründer dort ihr Büro nutzen. In der kommenden Zeit wollen sie aber jeden Freitag und Samstag für ihre Kunden vor Ort sein.

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