Deshalb waren am Sonntag so spät noch Flieger am Himmel

Das Nachtflugverbot regelt, bis zu welcher Uhrzeit Flugzeuge in Frankfurt starten und landen dürfen. Doch wenn das Wetter nicht mitspielt, werden manchmal Ausnahmen gemacht. Am Sonntagabend sogar 34 an der Zahl.

Deshalb waren am Sonntag so spät noch Flieger am Himmel

Eigentlich sollte der Nachthimmel über dem Rhein-Main-Gebiet flugzeugfrei sein. Das regelt das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen. Doch am späten Sonntagabend konnten einige Wiesbadener noch nach Sonnenuntergang und zu später Stunde die Maschinen am Himmel sehen - und hören. So auch Merkurist-Leserin Patricia. In einem Snip wollte sie wissen, wie lange die Maschinen starten und landen dürfen.

„In Frankfurt gilt zwischen 23 und 5 Uhr ein Nachtflugverbot“, heißt es beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung. Der Sonntagabend sei eine Ausnahme gewesen. Weil im Raum Frankfurt mehrere Gewitterwarnungen vorlagen, mussten so genannte Air-Traffic-Control-Maßnahmen (ATC) ergriffen werden. Das bedeutet, dass die Sicherheitsabstände zwischen den einzelnen Fliegern erhöht wurden, wodurch es zu Verspätungen im Ablauf auf den Start- und Landebahnen kam.

Ausnahmen wegen Wetter

Insgesamt seien laut Ministerium 28 Ausnahmegenehmigungen für verspätete Starts gestellt worden - 27 davon wurden aufgrund der Wetterlage genehmigt, 24 Flieger starteten tatsächlich außerhalb des Zeitplans. Hinzu seien zehn verspätete Starts gekommen. So habe der Flugbetrieb bis kurz vor Mitternacht - also gut eine Stunde länger als normalerweise vorgesehen - angedauert. Zwei weitere Maschinen, die es nicht mehr vor Mitternacht geschafft haben, wurden auf einen anderen Flugplatz umgeleitet.

„Bei solchen Wetterverhältnissen hat die Optimierung der Abläufe am Flughafen ihre Grenzen.“ - Tarek Al-Wazir, Hessischer Verkehrsminister

Zu Ausnahmen aufgrund von schlechtem Wetter käme es am Flughafen Frankfurt immer wieder, sagt auch Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. „Wir konnten in den letzten Jahren sehen, dass sich die wetterbedingten Verspätungsstarts immer weiter vom Winter in die Sommermonate verschieben“, so seine Beobachtung.

Neben heftigen Schneefällen im Winter könne es also auch im Sommer an Gewitterabenden immer wieder zu Flügen bis Mitternacht kommen. „Bei solchen Wetterverhältnissen hat die Optimierung der Abläufe am Flughafen ihre Grenzen. Im Winter dagegen hat sich die Situation in den vergangenen Jahren deutlich verbessert“, so der Minister.

Hintergrund

In Frankfurt gilt zwischen 23 Uhr und 5 Uhr ein Nachtflugverbot. Verspätete Maschinen mit planmäßiger Ankunft vor 23 Uhr dürfen jedoch bis 24 Uhr noch landen, wenn sich der Grund der Verspätung nicht aus der Flugplangestaltung ergibt. Verspätete Starts sind ebenfalls möglich, bedürfen aber jeweils einer gesonderten Genehmigung. Kriterium ist, dass der Grund der Verspätung außerhalb des Einflussbereichs der Fluglinie liegt.

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