Erste Weinstände öffnen: Betreiber stehen vor großen Herausforderungen

Die Corona-Krise macht es auch den Betreibern der Wiesbadener Weinprobierstände nicht einfach. Bevor sie ihre Stände öffnen, müssen sie viele Entscheidungen fällen. Und wenn sie dann offen sind, sind sie auf die Mitarbeit der Besucher angewiesen.

Erste Weinstände öffnen: Betreiber stehen vor großen Herausforderungen

Sich ein Gläschen Wein an einem der gut besuchten Weinstände am Rheinufer bestellen und mit Blick auf das Wasser mit all seinen Freunden anstoßen: Das ist eigentlich Alltag, wenn Ende April jährlich die ersten Weinprobierstände in Wiesbaden öffnen. In diesem Jahr sieht das aufgrund der Corona-Krise etwas anders aus. Während einige Betreiber schon wissen, wann sie den ersten Wein ausschenken wollen, braucht die Entscheidung bei anderen noch etwas Zeit. Denn dahinter steckt viel Planung und auch eine große Menge Verantwortung.

Kostheimer Stand öffnet schon am 15. Mai

„Es wird spannend, aber ich glaube, gemeinsam ist es zu schaffen.“ - Bärbel Frosch-Brunnenstein, Weingut Frosch

Der Weinprobierstand in Kostheim wird zum ersten Mal schon am heutigen Freitag öffnen - und ist damit einer der ersten in diesem Jahr. Das Kostheimer Weingut Frosch wird dann bis zum Sonntag seine Weine vor Ort ausschenken - freitags ab 17 Uhr, samstags ab 16 Uhr und sonntags ab 11 Uhr. Schließen wird der Stand jeweils um 22 Uhr. Einfach fiel die Entscheidung, den Stand schon heute zu öffnen, nicht, erzählt Betreiberin Bärbel Frosch-Brunnenstein. „Es wird spannend, aber ich glaube, gemeinsam ist es zu schaffen“, sagt die Winzerin.

Gemeinsam mit dem Ordnungsamt hat sie sich ein Konzept überlegt, das den Weinausschank in Zeiten von Corona möglich machen kann. So wird es keine Tische und Bänke geben, sondern lediglich Stehtische. Darüber hinaus werden Wegeführungen, Abstandsmarkierungen und Hinweisschilder angebracht. Das Personal am Weinstand wird Mundschutz tragen; Personal und Kunden trennt außerdem eine Plexiglasscheibe.

Betreiber müssen selbst für Einhaltung der Regeln sorgen

„Ich setze aber auch sehr auf die Vernunft der Besucher, dass alles klappt.“ - Bärbel Frosch-Brunnenstein

Frosch-Brunnenstein selbst steht in der Verantwortung, dass sich nicht nur das Team, sondern auch alle Besucher an die Corona-Verordnungen halten. Sie muss die Besucher darauf aufmerksam machen, wenn sie zu wenig Abstand halten oder sich Gruppen bilden. Sie plant, selbst auf die Besucher zuzugehen und einmal in der Stunde eine Art Durchsage zu machen, um sie an die Regeln zu erinnern. Um mögliche Infektionsketten später nachverfolgen zu können, habe ihr das Ordnungsamt empfohlen, eine Liste aller Besucher zu erstellen. Frosch-Brunnenstein will das versuchen; die Angaben seien aber freiwillig. Das Ordnungsamt wird vor allem am ersten Tag am Stand vorbeischauen und die Winzerin unterstützen. „Ich freue mich auf die Öffnung, setze aber auch sehr auf die Vernunft der Besucher, dass alles klappt“, so Frosch-Brunnenstein.

Schiersteiner Weinstand plant ersten Ausschank an Vatertag

Ähnlich wird es am Weinstand am Schiersteiner Hafen aussehen. Am Vatertag, 21. Mai, wird das Weingut Karthäuserhof dort zum ersten Mal in diesem Jahr ausschenken. Los geht es schon um 11 Uhr, der letzte Wein geht um 22 Uhr über die Theke. Dass auch der Ausschank am Schiersteiner Hafen in diesem Jahr anders wird als sonst, weiß Carsten Müller. Er ist 2. Vorsitzender des Ortsring Schierstein e.V., der den Weinstand betreibt. „Es wird eine Herausforderung“, sagt er.

„Wenn es nicht klappt und sich die Leute nicht an die Vorgaben halten, müssen wir leider wieder schließen.“ - Carsten Müller, Ortsring Schierstein

So wird es auch dort lediglich Stehtische geben; es werden Abstandsmarkierungen, Wegeführungen und Plexiglasscheiben am Ausschank angebracht. Die Winzer müssen auch in Kostheim selbst für die Einhaltung der Regeln Sorge tragen. Auch Müller muss auf die Mitarbeit der Besucher hoffen: „Wenn es nicht klappt und sich die Leute nicht an die Vorgaben halten, müssen wir leider wieder schließen.“

Öffnung des Biebricher Weinstands in Planung

„Die Gesundheit steht an erster Stelle.“ - Markus Michel, BIG

Der für den Biebricher Weinstand verantwortliche Biebricher Gewerbeverein e.V. (BIG) macht sich die Entscheidung, wann der gut besuchte Stand am Rheinufer öffnen wird, nicht leicht. „Dahinter steckt eine große Verantwortung“, sagt Markus Michel, 1. Vorsitzender des Vereins. Man nehme die Corona-Verordnungen sehr ernst, um die Besucher und das Personal des Standes nicht zu gefährden. „Die Gesundheit steht an erster Stelle“, so Michel. Da die Situation an jedem Rheinstand anders sei, müsse auch für jeden Stand einzeln entschieden werden. Der Verein stehe derzeit in intensiver Abstimmung mit dem Ordnungsamt und entwickle ein Konzept, um den Stand unter Einhaltung der Regelungen bald öffnen zu können. (mm)

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