Wie die Bäume im Schlosspark über den Sommer kommen

Nicht alle Bäume im Biebricher Schlosspark stehen in sattem Grün. Vor allem Hitzewellen im Sommer machen den Pflanzen zu schaffen - die Auswirkungen zeigen sich oft noch Jahre später.

Wie die Bäume im Schlosspark über den Sommer kommen

Regen gab es in vergangenen Tagen in Wiesbaden genug. Darüber haben sich vor allem Hobby-Gärtner gefreut, denn das Wasser im Frühjahr hilft Pflanzen, sich gut zu entwickeln. Die Gießkannen konnten also in vielen Stadtteilen stehen bleiben. Doch in den Parkanlagen, wo Wiesen, Blumen, Kräuter und Bäume wachsen sollen, haben die Gärtner viel zu tun, um das Grün langfristig zu erhalten.

Braune Bäume

Dass das manchmal schwierig sein kann, ist auch Merkurist-Leserin Rike aufgefallen. Sie hat in den vergangen Wochen bemerkt, dass einige Bäume im Biebricher Schlosspark unter Trockenheit zu leiden scheinen. Auf einem Foto hat sie eine bräunliche Pflanze dokumentiert und in einem Snip gefragt, ob im Park immer mehr Pflanzen unter Wassermangel leiden und absterben.

Dabei wirken Bäume und Wiesen beim Spaziergang auf den ersten Blick alle gesund. Auch die Wiesen sind derzeit hochgewachsen und von blühenden Pflanzen übersät. Immerhin bekommen die Rasenflächen bei Regenschauern das meiste Wasser ab. Und auch im Hochsommer können sie mit relativ einfachen Mitteln bewässert werden, erklärt Alexander Hoffmann vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH), der die Parkanlage und das Schloss verwaltet. „Gerade im Sommerhalbjahr unterstützen je nach Situation Beregnungsmaßnahmen die Entwicklung der Grünanlagen“, erklärt Hoffmann und fügt hinzu „davon profitieren natürlich auch die Bäume im Schlosspark.“

Hitzeschäden

Derzeit, so Hoffmann weiter, gebe es 35 verschiedene Baumarten im Park, „von denen es in der Regel jeweils noch verschiedene Unterarten gibt“. Die häufigsten Arten seien Ahorn, Esche, Hainbuche und Kastanie, also Bäume, die hier auch heimisch sind und dadurch gut mit dem Wiesbadener Klima zurecht kommen. Trotzdem müssen junge Bäume in den ersten drei Jahren nach ihrer Pflanzung intensiv von den Gärtnern bewässert werden.

„Intensive Hitzeperioden oder auch längere Perioden mit sehr wenig oder ohne Niederschlag bringen für die Gärtner des Schlossparks selbstverständlich auch Herausforderungen mit sich“, so Hoffmann weiter.Die besondere Schwierigkeit bestehe dabei darin, dass sich die Folgen von Hitzewellen oft erst Jahre später an den Pflanzen zeigen würden. So seien trotz des vielen Regens in den letzten Tagen durchaus Bäume im Park zu finden, die nicht mehr in sattem Grün stehen. Betroffen seien sowohl Laub- als auch Nadelbäume, bestätigt er weiter. „Die genaue Zahl der aktuell betroffenen Bäume kann gegenwärtig aber nicht benannt werden“, sagt er. Und das liege vor allem daran, dass nicht alle Schäden sofort an den Pflanzen sichtbar sind. (nl)

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