So gesund ist das Wiesbadener Leitungswasser

Aus drei Quellen bezieht die ESWE-Versorgung das Wasser, das täglich aus den Wiesbadener Hähnen fließt. Dabei unterscheidet sich die Zusammensetzung zum Teil von Stadtteil zu Stadtteil.

So gesund ist das Wiesbadener Leitungswasser

Wasser ist nicht gleich Wasser. Das wissen die Wiesbadener ganz genau. Kaum verirrt man sich einmal in einen anderen Stadtteil, kann es vorkommen, dass das kühle Nass aus dem Hahn ganz anders schmeckt als zu Hause. Der Grund: In der Landeshauptstadt fließt Wasser aus insgesamt drei verschiedenen Quellen aus den Hähnen — und die unterscheiden sich zum Teil erheblich von einander.

Unterschiedlicher Geschmack

Bei der Rheingauer Weinwoche hat der ESWE-Wasserstand deshalb Kultstatus erlangt. Dort können sich die Wiesbadener jedes Jahr kostenlos erfrischen und statt einer Weinprobe die Wassersorten probieren. Laut ESWE-Versorgung ist das Wasser aus dem Taunusstollen dabei der absolute Geschmacksfavorit der Besucher. Am zweithäufigsten wurde in den letzten Jahre das Wasser aus dem hessischen Ried bestellt, am unbeliebtesten waren die Erfrischungen aus dem Schiersteiner Wasserwerk.

Doch haben die Wiesbadener aus dem Stadtteile, wie zum Beispiel dem Westend, wirklich einen Vorteil, wenn sie das zuhause Ried-Wasser aus der Leitung trinken? Ein Blick auf die Analysewerte der ESWE-Versorgung zeigt, dass die enthaltenen Mineralstoffe, die im Wasser gelöst sind, tatsächlich anders sind, als bei den anderen Wassersorten. So enthält es zum Beispiel am wenigsten Sulfat — ein Stoff, der natürlich im Wasser vorkommt und dem Chemiker nachsagen, er beeinflusse den Geschmack. Doch auch der Calcium- und der Magnesiumgehalt sind beim Wasser aus dem Taunus deutlich niedriger als bei den anderen.

Gesunder Durstlöscher

Die Getränkeindustrie hingegen wirbt mit Mineralwasser, das diese beiden Stoffe enthält, denn sie sind im Körper notwendig für den Knochen- und Muskelaufbau und für die Nervenfunktionen. Die höchste Konzentration findet man in Wiesbaden im Wasser aus dem Hessischen Ried. Doch wer zum Beispiel in Nordenstadt wohnt, weiß auch, dass das calciumhaltige Wasser einen Nachteil hat: Es führt zu schneller Kalkbildung, das merken besonders Teetrinker und auch Waschmaschinen. Das Problem kennen auch die Wiesbadener, die ihr Wasser aus dem Schiersteiner Wasserwerk bekommen. Dort sind die Konzentrationen ähnlich hoch.

Um „schlechte“ Stoffe müssen sich die Wiesbadener aber in keinem Stadtteil Gedanken machen. Die Analysewerte zeigen, dass alle Werte weit weg von der Grenze liegen. Deshalb zieht auch die Verbraucherschutzzentrale das Fazit: „Leitungswasser ist der ideale Durstlöscher. Es ist in Deutschland überall von sehr guter Qualität. Sofern keine Bleileitungen im Haus sind, können Sie es problemlos trinken.“ Zudem sei das Wasser aus dem Hahn auch gut für die Umwelt, denn im Gegensatz zu den Flaschen aus dem Getränkemarkt spart der Weg durch die Leitung Verpackungen und Transport. Das macht es preiswert und spart Emissionen. (lp)

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