Warum das Mosburgfest-Banner verschwinden musste

Ein Spannband am Eingang zum Schlosspark kündigte seit einigen Wochen die Jubiläumsausgabe des Mosburgsfestes im August an. Doch weil eine Genehmigung fehlte, musste das Banner durch die Stadt entfernt werden – auf Kosten der Veranstalter.

Warum das Mosburgfest-Banner verschwinden musste

Einmal im Jahr – am letzten Wochenende im August – trifft sich ganz Biebrich im Schlosspark rund um den Weiher zum Mosburgfest. An den Nachmittagen gibt es Kaffee und Kuchen, aber auch ein kühles Bier am Abend können die Besucher an den von Vereinen geführten Ständen bekommen. Der Termin ist zwar fest in den Köpfen der Biebricher verankert, dennoch kündigen Plakate im Stadtteil das Fest jeden Sommer noch einmal an. So hing auch bis vor Kurzem am Eingang zum Park in der Äppelallee ein Spannband, das auf die 40. Ausgabe des Traditionsfestes hinwies. Seit Dienstag ist das Plakat aber verschwunden.

Werbung ohne Genehmigung

„In solchen Fällen muss die Verwaltung den Spagat zwischen Fingerspitzengefühl und Gleichbehandlungsgrundsatz schaffen.“ - Stephanie Engel, Straßenverkehrsbehörde

Der Grund: Das Banner wurde ohne Genehmigung aufgehängt. Darauf wurde die zuständige Straßenverkehrsbehörde im Juni Aufmerksam gemacht. Während in den meisten Fällen von unangemeldeter Werbung schnell reagiert wird, habe man in diesem Fall aber mit Feingefühl reagiert. „Es handelte sich bei diesem Banner um die Bewerbung eines Jubiläums einer Traditionsveranstaltung. In solchen Fällen muss die Verwaltung den Spagat zwischen Fingerspitzengefühl und Gleichbehandlungsgrundsatz schaffen“, sagt Stephanie Engel, Leiterin der Wiesbadener Straßenverkehrsbehörde.

Während eines Anrufs bei der Arbeitsgemeinschaft Biebricher Vereine und Verbände, die das Fest ausrichtet, sei man sich schnell einig geworden, sagt Engel. Günter Noerpel, Vorsitzender der Biebricher AG, erklärt gegenüber Merkurist, dass dem Veranstalter beim Aufhängen nicht klar gewesen sei, dass eine Genehmigung dafür notwendig war. „Wir haben das Spannband mit dem Schriftzug zwischen zwei Fahnenmasten gehängt. Für Flaggen dürfen wir diese normalerweise nutzen“, beschreibt er die Situation.

„Alleine hätte ich es nicht entfernen können.“ - Günter Noerpel, AG-Vorsitzender

Damit das Banner gut sichtbar war, und um die Parkeinfahrt nicht zu versperren, haben die Vereinsmitglieder es auf einer Höhe von rund vier Metern angebracht. „Alleine hätte ich es nicht entfernen können“, sagt Noerpel. Er wollte deshalb eine Sitzung mit weiteren Vereinsmitgliedern abwarten und dort fragen, wer ihm zeitnah beim Abhängen helfen kann.

Plakat entfernt

Weil die Behörde die AG zwischenzeitlich auch schriftlich zum Abhängen aufgefordert hatte und eine Kontrollfahrt durch Biebrich machte, kam ihm die Stadt aber zuvor. „Eine Nachprüfung am 2. Juli, also 15 Tage nach der ersten Aufforderung, ergab, dass das Spannband immer noch hing“, führt Stephanie Engel aus. Bei allem Wohlwollen für Wiesbadener Vereine und Traditionsveranstaltungen, seien der Verwaltung in solchen Fällen die Hände gebunden. „Auf Veranlassung der Straßenverkehrsbehörde wurde das Spannband daher am 3. Juli abgehängt. Ein anderes Handeln wäre an dieser Stelle nicht zu rechtfertigen gewesen“, so die Leiterin.

„Es wird ein Bürgerfest.“ - Günter Noerpel, AG-Vorsitzender

Die Kosten für das Entfernen trägt jetzt der Veranstalter, die Vorfreude auf das Fest will sich Noerpel deshalb aber nicht nehmen lassen. „Das Spannband alleine abzuhängen wäre einfach zu riskant gewesen“, sagt er. Auch dafür, dass die Stadt handeln musste, hat er Verständnis. „Das Fest wird deshalb nicht abgesagt. Es wird wie jedes Jahr ein Bürgerfest, bei dem sich die Menschen an der Mosburg treffen - die Vereine und die Biebricher“, sagt er. Gefeiert werden soll dabei vom 24. bis 26. August.

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