Was Ihr tun müsst, wenn Euch in Wiesbaden ein Wildschwein begegnet

Vom Stadtwald aus verirren sich immer wieder Wildtiere in die Wiesbadener Innenstadt. Wer einem Wildschwein begegnet, sollte sich an einige Regeln halten, um das Tier und sich selbst zu schützen.

Was Ihr tun müsst, wenn Euch in Wiesbaden ein Wildschwein begegnet

Zahlreiche Polizisten waren am Freitagmorgen im Einsatz, als sich rund 20 Wildschweine in die Wiesbadener Innenstadt verirrten. Sie versuchten die Tiere von der großen Rheinstraße und der Wilhelmstraße zu verscheuchen — damit weder die Schweine, noch Fußgänger oder Autofahrer in Gefahr geraten (wir berichteten).

Dabei war der tierische Besuch in der Stadt nicht der erste seiner Art. Vor zwei Jahren sorgte ein Wildschwein auf der Wilhelmstraße sogar deutschlandweit für Aufsehen. Ein Passant filmte mit seinem Handy, wie das Tier über die Einkaufsstraße rannte — das Video landete am Ende nicht nur bei Youtube, sondern wurde auch von vielen bundesweiten Nachrichtensendungen im Fernsehen ausgestrahlt.

Immer wieder Wildschweine in Wiesbaden

Für einige Bewohner aus den Stadtteilen, die an den Stadtwald grenzen, war diese Aufregung sicherlich gar nicht nachvollziehbar. In Orten wie Sonnenberg, Rambach oder Nordost ist nämlich keine Seltenheit, dass Wildschweine über die Straße laufen oder Gärten und Grünanlagen umpflügen. Vor allem am Sonnenberger Friedhof haben Tore und Zäune den Tieren in der Vergangenheit nicht immer standgehalten. Der Ortsbeirat versucht seit Jahren eine Lösung zu finden und die Einfriedungen und Zugangstore umzugestalten. Verletzt wurde laut Statistiken in den vergangenen Jahren zwar kein Wiesbadener durch einen Wildangriff, doch die Schäden in den Grünanlagen häufen sich, und ein Wildunfall kann bei Autofahrern einen Schock auslösen.

Auf den Straßen

Die häufigsten Begegnungen mit Wildtieren rund um Wiesbaden geschehen aber auf der Straße. Gerade im Herbst, wenn die Dämmerung erst im Berufsverkehr einsetzt, häufen sich die Unfälle (wir berichteten). Wer einem Tier — egal ob Wildschwein, Reh oder anderem Waldbewohner — auf der Fahrbahn begegnet, sollte sich an folgende Tipps von ADAC und Polizei halten:

  • Dem Tier nicht ausweichen, um nicht von der Fahrbahn abzukommen, stattdessen stark abbremsen und das Lenkrad gut festhalten.

  • Nach dem Unfall die Warnblinkanlage anschalten, die Warnweste anziehen und die Unfallstelle sichern.

  • Verletzte Tiere nicht anfassen und Abstand halten. Sie könnten plötzlich aufschrecken und aggressiv werden.

  • Tote Tiere nach Möglichkeit an den Fahrbahnrand ziehen, um Folgeunfälle zu vermeiden.

  • Tiere nie mit bloßen Händen anfassen. Um Krankheitsübertragungen zu vermeiden, immer Handschuhe anziehen.

  • Polizei informieren und aus sicherer Entfernung auf die Beamten warten. Gegebenenfalls ziehen sie zur Unfallaufnahme einen Jäger hinzu.

Im Garten

Wer den eigenen Garten vor Wildschweinen schützen will, so das Verbraucherfenster Hessen, sollte unbedingt darauf achten, einen Zaun zu bauen, der mindestens 40 Zentimeter tief im Boden verankert ist, Kompost sollte nicht unverschlossen draußen gelagert werden und Fallobst möglichst schnell entfernt, denn die Gerüche ziehen die Tiere an. Für einen Wildschweinschaden auf dem eigenen Grundstück kommt übrigens keine Versicherung auf, denn weil es sich um Wildtiere handelt, kann kein Halter verantwortlich gemacht werden.

Im Wald

Wer einem Tier beim Spaziergang im Wald begegnet, so die Experten, sollte alles tun, um das Wildschwein nicht zu verschrecken. Gerade wenn Jungtiere in der Nähe sind, können die Muttersäuen nämlich schnell aggressiv werden und damit auch gefährlich für den Menschen. Generell gilt deshalb besonders im Herbst: Nie die gekennzeichneten Waldwege verlassen, Hunde immer an der Leine führen und falls sich die Wege mit einem Wildschwein kreuzen, langsam rückwärts von der Stelle entfernen, keine hastigen Bewegungen machen und immer ruhig bleiben. (df)

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