Überraschung im Nachtbus: Kontrolliert jetzt der Fahrer in Wiesbaden?

Ein Leser wunderte sich über eine Ticketkontrolle durch den Busfahrer im Wiesbadener Nightliner. ESWE Verkehr klärt auf, wer kontrollieren darf und welche Ausnahmen es von der Regel gibt.

Überraschung im Nachtbus: Kontrolliert jetzt der Fahrer in Wiesbaden?

Ein Fahrgast in einem Wiesbadener Nightliner-Bus war kürzlich überrascht, als der Busfahrer sein Ticket sehen wollte. Er fragte sich, ob dies eine neue Regelung sei. Auf Anfrage von Merkurist klärt das Verkehrsunternehmen ESWE Verkehr die Situation auf.

Die klare Antwort lautet: Busfahrer kontrollieren in der Regel keine Tickets mehr. „Diese Aufgabe wird ausschließlich von unserem geschulten Kontrollpersonal durchgeführt“, erklärt Michael Skwarciak von der ESWE Verkehr-Unternehmenskommunikation. Die Hauptaufgabe des Fahrpersonals sei es, den Bus sicher durch den Verkehr zu steuern. Dass der Leser dennoch vom Fahrer kontrolliert wurde, ist eine seltene Ausnahme. Wie ESWE Verkehr mitteilt, kann ein Busfahrer in Einzelfällen entscheiden, sich von Fahrgästen ein Ticket zeigen zu lassen. Dies sei jedoch ausdrücklich nicht die Regel.

Freie Türwahl auch im Nightliner

Auch die Sorge, man müsse nachts wieder vorne einsteigen, ist unbegründet. Der sogenannte kontrollierte Einstieg, bei dem Fahrgäste nur beim Fahrer einsteigen durften, wurde bereits im August 2019 in Wiesbaden abgeschafft. Seitdem können Fahrgäste zu jeder Tages- und Nachtzeit frei wählen, ob sie vorne oder hinten einsteigen. Das gilt ausdrücklich auch für die Nightliner-Busse.

Befürchtungen, dass es nachts häufiger zu Problemen mit Fahrgästen ohne gültigen Fahrschein kommt, bestätigt ESWE Verkehr nicht. Bei den Kontrollen in den Nightlinern gebe es keine auffälligen Unterschiede im Vergleich zum Tagesbetrieb. Die Bereitschaft der Fahrgäste, ihre Tickets vorzuzeigen, sei nachts genauso hoch wie tagsüber.