Wie schmeckt das Wiesbadener Heilwasser?

Dass das Wasser aus den Wiesbadener Quellen gesund sein soll, weiß jeder. Doch was ist in dem Wasser eigentlich drin und wie schmeckt es? Wir haben uns durchprobiert.

Wie schmeckt das Wiesbadener Heilwasser?

Wer als Tourist durch die Wiesbadener Altstadt schlendert, könnte meinen, er wäre in New York City unterwegs. Damit ist aber nicht die Höhe der Gebäude gemeint, die sich doch erheblich von der der Hochhäuser in der amerikanischen Metropole unterscheiden. Aber genau wie in Manhattan steigt aus den Gullideckeln in der Altstadt heißer Dampf auf.

Grund dafür sind die zahlreichen Thermalquellen, die unter den Straßen der historischen Altstadt aus dem Boden entspringen. Die meisten der rund 20 Quellen sind aber für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, sondern befinden sich auf Privatgelände. Darunter auch etwa die Drei-Lilien-Quelle, die sich an der Rückseite des Hotels „Schwarzer Bock“ befindet. Der Brunnen wurde 2011 aufwendig restauriert und wird gelegentlich für die Öffentlichkeit geöffnet. Es gibt aber auch einige Brunnen, die sich auf öffentlichen Plätzen der Stadt befinden, wir stellen hier ein paar von ihnen vor.

Kochbrunnen

Schon von weitem können Fußgänger die dampfenden Säulen über dem Kochbrunnen am gleichnamigen Platz erblicken. Schon die Römer sollen von dem 67°C heißem Wasser begeistert gewesen sein. Auch wurde der rötliche Sinter, der sich aus dem Wasser des Brunnens absetzt, in der Antike als Haarfärbemittel benutzt. Wer sich etwas von dem Wasser abzapfen möchte, sollte auf jeden Fall eine Flasche oder Becher bereit haben, mit bloßen Händen könnte es zu heiß sein. Den hohen Mineralgehalt schmeckt man am Kochbrunnen kaum, dafür hat das Wasser eine fast süßliche Note.

Bäckerbrunnen

Hinter dem hessischen Landtag versteckt steht der Wiesbadener Bäckerbrunnen. Wie es der Name verrät, wurde der Brunnen ursprünglich von den umliegenden Bäckern genutzt. 1906 wurde dann der jetzt noch bestehende Neubau errichtet, der an ein Fachwerkhaus angelegt ist. Aus dem Bäckerbrunnen fließt Mischwasser aus verschiedenen Quellen zusammen, unter anderem aus der Adlerquelle und dem Kochbrunnen. Daher hat das Wasser auch einen ähnlich milden Geschmack wie das aus dem Kochbrunnen, ist aber etwas säuerlicher und nur 50°C warm.

Schützenhofquelle

Die Schützenhofquelle, direkt an der Wiesbadener Fußgängerzone, gilt als die älteste der Stadt. Die Römer sollen dort ihr erstes Thermalbad errichtet haben. An die antike Vergangenheit des Brunnens erinnert noch heute der kunstvoll gestaltete Bronzekopf, aus dem das Wasser fließt. Im 19. Jahrhundert befand sich an der Stelle noch das gleichnamige Schützenhofhotel, das ihr Wasser aus dem Brunnen speiste. Das Wasser fließt mit 49°C aus dem Boden und schmeckt deutlich mineralischer als am Koch- oder Bäckerbrunnen.

Faulbrunnen

Eine Besonderheit unter den Wiesbadener Brunnen ist der Faulbrunnen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Platz der Deutschen Einheit. Da das Wasser nur mit knapp 20°C aus dem Boden fließt, darf sich der Brunnen auch nicht als Thermalquelle bezeichnen. Sonst macht er seinem Namen aber alle Ehre, da das Wasser, zumindest früher, einen sehr fauligen Geruch gehabt haben soll, der durch den hohen Schwefelgehalt entstand. Dem Wasser des Faulbrunnens wird eine positive Wirkung auf Leber, Galle und Darm zugeschrieben.

Nicht übertreiben!

Auch bei den anderen Wiesbadener Quellen gilt das Wasser als sehr gesund. Dennoch sollte man beim Konsum aufpassen und das Heilwasser nicht als Ersatz für das tägliche Mineralwasser verwenden. Mattiaqua empfiehlt, das Heilwasser nicht länger als drei Wochen am Stück zu sich zu nehmen. Außerdem wird an jedem Brunnen eine tägliche Höchstdosis ausgeschildert, die durchschnittlich bei einem halbem Liter für einen Erwachsenen liegt. (js)

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