Unter Protest: Erneut AfD-Veranstaltung im Hilde-Müller-Haus

Am Donnerstagabend findet im Hilde-Müller-Haus ein Themenabend der Wiesbadener AfD statt. Der letzte dieser Art konnte aufgrund von Demonstranten nicht wie geplant stattfinden. Auch für Donnerstag haben sich Gegner angekündigt.

Unter Protest: Erneut AfD-Veranstaltung im Hilde-Müller-Haus

Respektvoller Umgang miteinander in einer freundlichen und konstruktiven Atmosphäre: So stellt sich der Wiesbadener Kreisverband der AfD seine regelmäßig stattfindenden Themenabende vor. Dass dem nicht immer so ist, zeigte sich zuletzt Anfang Januar, als Gegendemonstranten dafür sorgten, dass eine Veranstaltung im Wiesbadener Hilde-Müller-Haus am Wallufer Platz nicht wie geplant stattfinden konnte.

Anfang Januar hatte die Partei ihre Bundestagsabgeordnete Mariana Harder-Kühnel zu einem Themenabend eingeladen. Vor rund 90 Zuhörern wollte sie „Erfahrungsberichte aus Berlin“ präsentieren. Doch dazu kam es nicht: Etwa 30 bis 40 Personen, die ebenfalls in der Lokalität waren, störten mit Zwischenrufen und Protesten, die Veranstaltung musste abgebrochen werden.

Am Donnerstag, den 1. Februar, soll erneut ein Themenabend am Wallufer Platz stattfinden. Dieses Mal wird Autor Thorsten Schulte die Veranstaltung besuchen und einen Vortrag zum Thema „Kontrollverlust in Deutschland und die Folgen für den Mittelstand“ halten.

Gegendemo geplant

„Wir wollen auf die Frage antworten, wer für den Kontrollverlust verantwortlich ist.“ - Jakob Schäfer, Wiesbadener Bündnis gegen Rechts

Gegen diese Veranstaltung hat das Wiesbadener Bündnis gegen Rechts bereits eine Protestaktion geplant. „Wir planen eine Kunstaktion, mit der auf die Frage geantwortet wird, wer für den Kontrollverlust verantwortlich ist“, erklärt Jakob Schäfer vom Bündnis. Er rechne mit rund 30 bis 50 Teilnehmern. „Es könnten allerdings auch mehr werden“, sagt er.

Das Bündnis hat sich für die Aktion mit Anwohnern und Gewerbetreibenden im Rheingauviertel zusammengetan, die gemeinsam gegen die Veranstaltung demonstrieren wollen. Wie genau Kunstaktion und Demo gestaltet werden sollen, ist aber noch nicht bekannt.

AfD zu Gesprächen bereit

Die Wiesbadener AfD hingegen hat sich durch gründliche Vorbesprechungen und Planungen auf den Abend vorbereitet. „Bei der Veranstaltung im Januar haben wir uns gegen eine Räumung des Saals durch die Polizei entschieden, dabei hätte es Verletzte geben können“, erklärt Robert Lambrou, Pressesprecher der Partei. Sollten sich aber auch dieses Mal wieder Störer in den Räumlichkeiten bemerkbar machen, wolle man den Saal räumen lassen.

„Ich würde mich über Gespräche freuen.“ - Robert Lambrou, AfD

Er hoffe aber, dass es dazu nicht komme. „Sollte jemand vom Bündnis bei der Veranstaltung sein, würde ich mich freuen, wenn wir uns zu Gesprächen zusammensetzen könnten“, sagt Lambrou. Man wolle mit den Gegnern diskutieren, „denn das macht doch das Wesen unserer Demokratie aus“, sagt er. Wie viele Zuhörer bei dem Themenabend erscheinen werden, könne man nicht sagen, da man sich vorher nicht anmelden musste. „Ich weiß auch von einigen Leuten, dass sie gerne einmal einen Themenabend besuchen würden, sich aber nicht trauen“, so Lambrou. Zu einschüchternd seien die Demonstrationen, die die Veranstaltungen der Partei oftmals begleiteten gewesen.

„Dass gegen uns demonstriert wird ist völlig in Ordnung.“ - Robert Lambrou, AfD

Lambrou hofft, dass es bei einer Demonstration bleibe und der Themenabend dieses Mal wie geplant stattfinden könne. „Dass gegen uns demonstriert wird ist völlig in Ordnung und auch Teil der Demokratie.“ Alles, was darüber hinausgehe, wolle man am Abend aber nicht akzeptieren.

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