Kleinfeldchen belegt erneut schlechten Platz im Freibad-Ranking

Laut einem Internetportal ist das Wiesbadener Schwimmbad Kleinfeldchen das schlechteste Freibad in ganz Hessen. Und auch deutschlandweit sieht es nicht besser aus. Warum schnitt das Bad erneut so schlecht ab, und ist die Bewertung gerechtfertigt?

Kleinfeldchen belegt erneut schlechten Platz im Freibad-Ranking

Sommer, Sonne, Freibadsaison! Wenn dann auch noch — wie zurzeit — Sommerferien sind, zieht es viele Wiesbadener in die Freibäder. Doch glaubt man dem Internetportal „Testberichte.de“, sollte man das Frei- und Hallenbad Kleinfeldchen in Wiesbaden lieber meiden. Die Seite hat eine Rangliste deutscher Freibäder erstellt, bei dem das Kleinfeldchen nur auf dem drittletzten Platz landete. Von 414 getesteten Freibädern landete es auf Platz 412. Hessenweit ist es gar das schlechteste Freibad. Das deckt sich mit der Freibad-Rangliste von 2018. Das Ranking berücksichtigt jedoch lediglich die Google-Bewertungen, die Nutzer anonym und ungeprüft veröffentlichen können.

Was wird kritisiert?

Zum Zeitpunkt der Testbericht-Veröffentlichung hatte das Kleinfeldchen 460 Bewertungen und eine durchschnittliche Punktzahl von 3,6 von möglichen 5 Punkten. Schaut man sich den Inhalt der Bewertungen an, gehen die Meinungen weit auseinander. Während einige kurz und knapp bescheinigen, dass alles gut ist, schimpfen manche zu verschiedenen Themen über mehrere Zeilen. Grob zusammengefasst wird von den Google-Rezensenten mal die Sauberkeit, das Publikum, das unfreundliche Badepersonal, der Eintrittspreis oder die Anzahl an Gästen kritisiert. Kurzum: Die Kritik ist breit gefächert.

Fragwürdige Methoden

„Ich schätze die Darstellungsweise als absurd ein.“ - Eric Alberti, Betriebsleiter

Eric Alberti, Betriebsleiter des Schwimmbads, äußerte bereits im vergangenen Jahr Unverständnis über das Ranking. „Ich schätze diese Darstellungsweise als absurd ein“, sagt er und kritisiert unter anderem die Auswahl der in das Ranking aufgenommenen Freibäder. „Warum gerade diese? Warum nur 363 von rund 2700 Freibädern in Deutschland?“ Außerdem könne bei Google jeder ungeprüft eine Bewertung veröffentlichen.

Hinzu kommt, dass das Kleinfeldchen mit 460 Einträgen vergleichsweise häufig bewertet wurde. Andere Bäder haben 100 oder sogar weniger Rezensionen. „Bei so vielen Bewertungen ist auch die ein oder andere kritische Stimme dabei. Andere, kleinere Freibäder haben vielleicht fünf Bewertungen. Wenn die dann alle positiv sind, wird das Bild verzerrt“, merkt Alberti an.

Modernisierungsbedarf

„Es hat eben ein paar Jahre auf dem Buckel.“ - Eric Alberti

Nicht absprechen kann der Betriebsleiter seinem Kleinfeldchen aber das Alter: „Es hat eben schon ein paar Jahre auf dem Buckel“, sagt er über das 1951 eröffnete Schwimmbad. Doch man sei immer bemüht, das Bad nach und nach zu modernisieren. So bekam das Nichtschwimmerbecken — wie zuletzt auch das Opelbad — 2001 eine neue Edelstahleinfassung. Und die nächsten Modernisierungen stehen auch schon an: In der nächsten Saison folgt nämlich eine weitere Modernisierung, denn dann wird auch das in die Jahre gekommene Schwimmerbecken im Freibad des Kleinfeldchens saniert.

Ein Teil des Geldes dafür stammt aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ des Bundes. Mit dem Förderprogramm will die Bundesregierung wieder mehr in die soziale Infrastruktur der Kommunen investieren. Der Wiesbadener Bäderbetrieb Mattiaqua hatte sich zuvor um die Förderung beworben. 720.000 Euro schießt der Bund dem 1,6 Millionen Euro teuren Bauprojekt zu.

In dieser Saison müssen die Badegäste noch im bekannten Becken ihre Bahnen ziehen. Die Bauarbeiten am Schwimmerbecken sollen erst nach der Sommersaison 2019 starten. Pünktlich zum Saisonstart 2020 sollen die dann aber fertig sein. (ab)

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