Gedenken an die Opfer von Hanau in Wiesbaden

In Wiesbaden findet eine Mahnwache für die Opfer des Anschlags von Hanau statt. Das Bündnis für Demokratie erinnert an die Toten und fordert die Anerkennung aller Opfer rechter Gewalt in Hessen.

Gedenken an die Opfer von Hanau in Wiesbaden

Das Wiesbadener Bündnis für Demokratie ruft zu einer Mahnwache auf dem Dern’schen Gelände auf. Unter dem Motto „Hanau – Kein Einzelfall“ soll an die neun Menschen erinnert werden, die ein Rechtsextremist am 19. Februar 2020 in Hanau erschoss.

Die Gedenkveranstaltung ist auch dem zehnten Opfer des Anschlags gewidmet: Ibrahim Akkus, der den Angriff schwerverletzt überlebte und im Januar an den Spätfolgen seiner Schussverletzung verstarb.

Kampf um Anerkennung und Aufklärung

„Wir wollen an diesem Tag sowohl den 10 Opfern des Terroranschlages von Hanau gedenken als auch allen weiteren Opfern rechter Gewalt in Hessen“, erklärt Sascha Schmidt, Sprecher des Bündnisses und Autor des Buches „Rechter Terror in Hessen“. Seit 1945 seien mindestens 21 Menschen in Hessen Opfer rechter Gewalt geworden. „Sieben davon sind bis heute noch nicht offiziell als Opfer rechter Gewalt anerkannt. Wir treten an diesem Tag auch dafür ein, dass alle Opfer rechter Gewalt in Hessen anerkannt werden“, so Schmidt.

Auch die „Omas Gegen Rechts Wiesbaden“ unterstützen die Mahnwache und fordern weitere Aufklärung. Elke Gerriets sagt: „Bis heute sind viele Fragen unzureichend beantwortet. Wie konnte es sein, dass ein polizeilicher Notruf nicht funktionierte, ein Notausgang an einem der Tatorte verschlossen war?“ Der Täter habe zudem rechtsextreme Propaganda in sozialen Medien verbreitet, ohne dass Behörden auf ihn aufmerksam wurden. Man unterstütze daher die Forderung der Überlebenden und Angehörigen nach konsequenter Aufklärung.

Gedenken auf dem Dern’schen Gelände

Regina Sagel, ebenfalls von den „Omas Gegen Rechts“, ergänzt die Forderungen: „Ein wirksamer Schutz vor Diskriminierung in allen Bereichen unserer Gesellschaft ist unabdingbar. Wir fordern gezielte Schulungen, um Rassismus in Behörden, in der Polizei und der Justiz vorzubeugen.“

Die Mahnwache beginnt um 18 Uhr. Nach einer Eröffnungsrede von Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende wird Sascha Schmidt in seiner Ansprache auf die Opfer rechter Gewalt in Hessen eingehen. Zusätzlich findet traditionell auch im Hessischen Landtag in Wiesbaden ein stilles Gedenken statt.