So sah Wiesbaden früher aus

Wiesbaden hat den Krieg zwar mit weniger Schäden überstanden als andere Städte, trotzdem hat sich in den letzten Jahrzehnten einiges verändert. In Teil 4 unserer Serie zeigen wir euch, wie die Stadt früher aussah.

So sah Wiesbaden früher aus

Auch Wiesbaden hat sich im Laufe der Zeit verändert. Einige Sehenswürdigkeiten sehen heute nicht mehr so aus wie früher. Manche Gebäude gibt es gar nicht mehr. In Teil 1, Teil 2 und Teil 3 unserer Serie zeigten wir euch unter anderem alte Bilder vom Kurhaus, dem Neroberg und dem Platz der Deutschen Einheit. Heute haben wir weitere Fotos für euch.

Hotel Schwarzer Bock

Wie man auf dieser Postkarte von 1907 sehen kann, sah das Areal rund um das heutige Radisson Blu Schwarzer Bock Hotel nicht immer so aus wie heute:

Damals stand neben dem Schwarzen Bock noch das „Hotel und Badhaus Englischer Hof“ (früher „Zum Rindsfuß“). Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, heute steht dort ein Appartementhaus. Vor den beiden Gebäuden stand früher die Hygieia-Gruppe. Sie war 1850 die erste öffentliche Skulptur in Wiesbaden. Sie zeigt die Göttin der Gesundheit mit zwei Kindern, ein krankes und ein gesundes. Das soll ein Sinnbild dafür sein, dass die Kranken kommen und die Gesunden wieder gehen. Seit den 1930er-Jahren steht die Skulptur in der Brunnenkolonnade.

Biebricher Schloss

Ein ziemlich ungewohnter Anblick: Um 1800 war man noch mit dem Pferd vor dem Biebricher Schloss unterwegs.

Heute ist die Rheingaustraße vielbefahren und oft Treffpunkt für Autoposer. Die Grünen im Biebricher Ortsbeirat hatten 2020 sogar angeregt, einen Verkehrsversuch zu starten. Die Rheingaustraße sollte gesperrt und das Rheinufer so wieder autofrei werden. Die Fraktion hatte allerdings keinen Erfolg, die Idee wurde im Ortsbeirat abgelehnt, weil die Sperrung schwer umsetzbar sei.

Historisches Hochwasser in Kastel

In der Geschichte von Wiesbaden und Mainz gab es schon einige extreme Hochwasser. Verheerend waren zum Beispiel die Hochwasser im Winter 1882 und im Frühjahr 1883. Der Pegel stieg auf 7,95 Meter an, das Wasser schwappte über das Ufer und verursachte viele Schäden. Auch auf Bildern aus Mainz-Kastel ist das Ausmaß der Katastrophe zu erkennen:

Zweite Rheinbrücke

Heute ist die Theodor-Heuss-Brücke die einzige Verbindung über den Rhein, um direkt von Mainz-Kastel nach Mainz und zurück zu kommen. Das war aber nicht immer so. 13 Jahre lang gab es dort eine weitere Rheinbrücke – die Alexander-M.-Patch-Brücke.

Die Brücke war aus der Not geboren. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs erreichten die amerikanischen Truppen Mainz und fanden alle Brücken in Trümmern vor – darunter auch die heutige Theodor-Heuss-Brücke, die damals noch Straßenbrücke hieß. Die deutschen Truppen hatten sie bei ihrem Rückzug gesprengt. Es musste also ein Ersatz her, um über den Rhein zu kommen, bis die Theodor-Heuss-Brücke wieder aufgebaut werden konnte. Für einige Jahre war sie später neben der neu gebauten Theodor-Heuss-Brücke als zweite Brücke über den Rhein nutzbar, allerdings nur zu bestimmten Zeiten. Die ganze Geschichte lest ihr hier.

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