Dinge, die man nur als Wiesbadener kennt

Manche Sachen weiß man nur, wenn man aus Wiesbaden kommt oder schon länger hier lebt. In Teil 4 unserer Übersicht stellen wir euch ein paar davon vor.

Dinge, die man nur als Wiesbadener kennt

Nerobergbahn, Kurhaus und Marktkirche – all das sind Attraktionen, die auch die vielen Touristen kennen, die Wiesbaden jährlich besuchen. Doch es gibt Dinge, die man nur kennt oder weiß, wenn man schon länger in Wiesbaden lebt. Nach Teil 1, Teil 2 und Teil 3 gibt es heute einen weiteren Teil „Dinge, die man nur als Wiesbadener kennt“ für euch.

Die Wiesbadener Unterwelt

Das wissen wohl die wenigsten Menschen, die Wiesbaden nur ab und zu besuchen: Einmal im Jahr kann man in die Unterwelt der Stadt hinabsteigen. Denn sieben Meter unter der Wilhelmstraße liegt der Salzbachkanal. Der aus kunstvoll gemauerten Korbbögen bestehende Kanal steht unter Denkmalschutz und ist kein Abwasser- sondern ein Bachkanal. Bei Bedarf kann er pro Sekunde eine Wassermenge von etwa 85.000 Litern ableiten.

Schon kurz nach seiner Eröffnung 1907 bot die Stadt erste Führungen an. Auch heute kann man sich den drei Kilometer langen begehbaren Teil des Salzbachkanals einmal im Jahr ansehen. In den letzten Jahren haben allerdings erst das Wetter und dann die Regeln der Pandemie dazu geführt, dass die öffentlichen Führungen der Entsorgungsbetriebe abgesagt wurden. Wenn die Führung stattfindet, dann steigt man über sonst eher unscheinbare Öffnungen am Straßenrand in den Untergrund hinab:

Die spannende Geschichte hinter dem Neroberg-Turm

Ein Besuch auf dem Neroberg gehört wohl für jeden Touristen mit dazu – allein schon wegen der Panorama-Aussicht auf die Stadt. Oben angekommen machen viele Menschen auch Halt im „Turm“. In dem Lokal gibt es kalte und warme Getränke aber auch Essen.

Was die meisten Touristen aber nicht über den Turm wissen dürften: Früher stand er dort nicht allein. 105 Jahre lang war er Teil des schlossartigen Neroberghotels, das bis in die 1980er Jahre auf dem Neroberg stand. Die Terrasse des Anwesens war sogar Kulisse für den Film „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“, in dem Romy Schneider und Götz George ihr Leinwand-Debüt gaben.

In den 1960ern wurde der Hotelbetrieb schließlich eingestellt, danach wurde das Gebäude zunächst als Café-Restaurant betrieben. Später wurde es noch vom BKA und als Musiklokal genutzt, bevor es 1983 für immer seine Türen schloss. In den folgenden Jahren konnte man sich nicht darüber einigen, was mit dem ehemaligen Hotel passieren sollte. Zwei Feuer 1986 und 1989 beschädigten es schließlich so stark, dass das Gebäude abgerissen werden musste. Einzig der aus Stein gemauerte untere Teil des Turms blieb bis heute erhalten.

Wo man lieber nicht parken sollte

Es gibt einen Ort, an dem würde kein Wiesbadener parken, dem der Lack seines Autos wichtig ist: in der Adolfsallee. Jedes Jahr aufs Neue sieht man dort vor allem im Herbst Autos, die von dicken weißen Kotflecken übersät sind.

Der Grund: In den Kastanienbäumen in der Adolfsallee lassen sich seit rund fünf Jahren etwa 300 Stare zum Schlafen nieder – und ihrer Verdauung freien lauf. Weil auch der Spielplatz wegen des Vogelkots kaum nutzbar war, begann die Stadt bereits 2020 damit, die Vögel zu vertreiben, zunächst allerdings mit wenig Erfolg. Erst als unter Aufsicht von Unterer Naturschutzbehörde, Polizei und Ordnungsamt Knallkörper eingesetzt wurden, zogen die Stare schließlich größtenteils weg. Seitdem hat sich die Situation in der Adolfsallee verbessert, ganz ohne Plane sollte man sein Auto dort wohl aber trotzdem nicht abstellen.

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